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Flugzeuge am Frankfurter Flughafen. © dpa / Boris Roessler

Die deutsche Luftfahrtbranche reagiert verärgert auf die Ankündigung des irischen Billigfliegers Ryanair, ab März auch vom größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main abzuheben. Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) kritisierte am Mittwoch, dass dem Billigkonkurrenten "mit ungleichen Vorzugsbedingungen der rote Teppich ausgerollt" werde. Wenn der Flughafenbetreiber Fraport dem Unternehmen günstigere Konditionen biete, müssten diese für alle gelten.

Der BDF, dem neben der Lufthansa beispielsweise auch Air Berlin, Condor, Tuifly und Germania angehören, wirft Fraport vor, Ryanair bei den Flughafenentgelten Rabatte einzuräumen und damit den Wettbewerb zu verzerren. Es sei unverständlich, dass eine Airline gezielt gefördert werde, "die sich bislang weder an der Finanzierung des Frankfurter Flughafens noch an freiwilligen Lärmpausen beteiligt hat", kritisierte BDF-Geschäftsführer Michael Engel.

Auch das Board of Airline Representatives in Germany (Barig) forderte eine Gleichbehandlung aller Fluggesellschaften. "Wenn mit Ryanair eine Airline nach Frankfurt gelockt wird, die nachweislich besonders kostensensibel ist, scheint es hier offensichtlich Spielräume zu geben", so Barig-Generalsekretär Michael Hoppe in einer Mitteilung. Davon müssten ohne Einschränkung auch alle anderen Fluggesellschaften am Standort profitieren. "Für sie erwarten wir daher schon bald die entsprechende Entlastung."

Lufthansa will nicht mehr zahlen als Ryanair

Die Lufthansa als größter Kunde am Frankfurter Flughafen verlangt die selben Rabatte, die Fraport dem Neukunden gewähren will. Lufthansa werde nicht mehr zahlen als Ryanair, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Mittwoch. So könnten 200 bis 300 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Er könne sich nicht vorstellen, dass das hessische Verkehrsministerium als Aufsicht unterschiedliche Gebühren genehmigen werde. Anderenfalls werde Lufthansa nur die niedrigeren Ryanair-Gebühren überweisen.

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Spohr schloss nicht aus, dass die Lufthansa als Reaktion künftig ihre Billigmarke Eurowings auch in Frankfurt an den Start schicken wird. Das werde aber nicht vor 2018 der Fall sein. Eigentlich wollte die Lufthansa ihre Drehkreuze Frankfurt und München den klassischen Netzwerk-Marken Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines vorbehalten. Allerdings soll Eurowings im kommenden Jahr bereits in München antreten, nachdem dort Easyjet und Transavia die Lufthansa mit Billigflügen herausfordern.

© dpa, Andreas Arnold Lesen Sie auch: Ryanair bläst zum Angriff auf Lufthansa-Heimatbasis

Für Condor-Chef Ralf Teckentrup zeigt der Markteintritt der Ryanair, dass das beantragte "wettbewerbsverzerrende Subventionierungsmodell" der Fraport so keinesfalls genehmigt werden könne, da es der Ryanair einen 15- bis 20-prozentigen Preisvorteil auf Jahre festschreibe. "Das ist schlicht unfairer Wettbewerb zulasten deutscher Airlines", meinte Teckentrup.

Fraport verteidigt neue Entgeltordnung

Fraport bestätigte, dass die neue Entgeltordnung für alle neue Fluggesellschaften und Routen "Anreize" vorsehe. Sie müsse noch vom hessischen Wirtschaftsministerium geprüft und freigegeben werden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers. Die Zustimmung werde "in den nächsten Wochen erwartet". Dann würden die Details vorgestellt. Die neue Entgeltordnung sei aber "nicht diskriminierend", ergänzte er.

Ryanair will ab dem Sommerflugplan 2017 in Frankfurt am Main zwei Flugzeuge stationieren und täglich die spanischen Städte Alicante, Palma de Mallorca und Málaga sowie Faro in Portugal ansteuern. Damit greift die Billig-Airline einheimische Ferienfluganbieter wie die Lufthansa direkt an.

© dpa, Boris Roessler Lesen Sie auch: Ryanair-Pläne für Flughafen Frankfurt sorgen für politischen Streit

Eigentlich sogar Anhebung der Gebühren geplant

Die Entgelte am Frankfurter Flughafen sorgen nicht das erste Mal für Unmut bei den Fluggesellschaften. So hatte Fraport zum 1. Januar 2016 eigentlich höhere Start- und Landegebühren geplant. Begründet wurde dies mit der größeren, komplexeren und somit teureren Infrastruktur als der an anderen deutschen Airports. Dagegen liefen die deutschen Fluggesellschaften Sturm.

Letztlich zog Fraport Ende Oktober vergangenen Jahres einen entsprechenden Antrag bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde zurück. Ergebnisse von Gutachten hatten keine Genehmigung zugelassen.

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