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Streit um Pilotenstellen bei Lufthansa Cargo

Lufthansa Cargo will nur neun statt zehn Boeing 777F einflotten. Damit benötigt die Airline nur rund 330 statt 450 Piloten. Die Vereinigung (VC) wirft der Lufthansa Tochter Tarifflucht zum untarifierten Joint-Venture Aerologic vor.

Boeing 777F der Lufthansa Cargo. © Lufthansa Cargo

Neuer Streit bei Lufthansa Cargo. Die Vereinigung Cockpit (VC) hält dem Konzern schon seit längerem vor, gezielt Geschäft von der Lufthansa Cargo auf die tariflose und damit billigere Gesellschaft Aerologic zu verlagern und kritisiert nun, dass Lufthansa Cargo bei der Flottenumstellung ein Flugzeug weniger anschaffe als ursprünglich zugesichert.

Cargo-Sprecher Andreas Pauker bestätigte am Donnerstag, dass es zunächst bei den neun Frachtern vom Typ Boeing 777F bleibt, die bereits im Dienst stehen. Die Anschaffung einer zehnten Maschine sei zwar nicht ausgeschlossen, stehe aber derzeit auch nicht fest, sagte er. Die VC meint hingegen, dass zehn Maschinen zugesagt sind. Zuvor hatte "Aero.de" berichtet. Noch 2019 plante Lufthansa Cargo die zwölf MD-11F aus der Flotte zu streichen und durch dieselbe Anzahl an 777F-Maschinen zu ersetzen.

Überhang von rund 120 Stellen

An jedem Jet hängen rund 30 Pilotenstellen, so dass die VC bei zehn Boeing-Maschinen von rund 300 bis 330 Stellen ausgeht. Aktuell sind aber noch rund 450 Piloten für die LH Cargo tätig, die wegen der hohen Fracht-Nachfrage noch vier Jets vom veralteten Typ MD11 länger als geplant in der Flotte gehalten hat. Sie sollen bis Herbst dieses Jahres ausgemustert werden, erklärte Pauker.

VC-Tarifvorstand Marcel Gröls kritisierte das Vorgehen hart und schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: "Die LH Cargo ist in der Krise der Fels in der Brandung für den Konzern. Zum Dank soll die Mannschaft verkleinert werden und die tarifvertragslose Schwester Aerologic soll wachsen. Effizienter kann man seine Mannschaft nicht vergraulen."

Von: br, dpa-AFX

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