Streit um Finanzierung der verpflichtenden Corona-Tests

Die Diskussionen um die verpflichtenden Corona-Tests an Flughäfen gehen weiter. Nicht nur bei der Frage, ob die Tests überhaupt von Nutzen sind, sondern auch wie sie finanziert werden sollten, gehen die Meinungen auseinander.

Luftfahrt und Corona: Abstand halten, Maske tragen. © dpa / Marius Becker

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert staatlich finanzierte, verpflichtende Corona-Tests an allen Flughäfen. Die FDP dagegen will, dass Rückkehrende aus Risikoländern den Test selbst bezahlen, so die dpa.

"Diejenigen, die mit dem Flugzeug aus einer Krisenregion zurückkommen, in der ein großes Infektionsgeschehen ist, müssen sich unmittelbar nach der Rückkehr testen lassen", sagte Kretschmer am Donnerstag zum MDR. Die Kosten müsse der Staat übernehmen. Der Ministerpräsident appellierte außerdem an die Verantwortung jedes Einzelnen, denn eine zweite große Infektionswelle müsse verhindert werden.

FDP vertritt andere Meinung

Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullman sieht das anders. Er befürwortet, dass Reiserückkehrer aus Risikoländern ihre Corona-Tests selbst bezahlen müssen. "Wenn Urlauber in Länder fahren, von denen vorher bekannt ist, dass es sich um Risikogebiete handelt, dann liegt das Risiko bei den Urlaubern", sagte er der "Saarbrücker Zeitung" am Freitag. "Folglich müssten sie die Tests auch bezahlen." Die Kosten dürften nicht von den Krankenkassen und somit den Beitragszahlern beglichen werden. "Zumal es bei Fluggästen zwecks Urlaubs in aller Regel nicht um Sozialfälle geht", so Ullmann.

Der FDP-Politiker kritisierte, mögliche Schnelltests bedeuteten lediglich eine trügerische Sicherheit. "Ein einziger Test ist letztlich sogar gefährlich, weil man sich dann in falscher Sicherheit wiegt und dadurch erst recht Infektionsketten entstehen können", sagte der Bundestagsabgeordnete. Er verwies auf die Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen. "Das heißt, ist das Testergebnis am zweiten Tag negativ, so kann es am Tag acht bereits positiv sein."

Zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag über Urlaubsrückkehrer in Corona-Zeiten. Am Mittwoch hatten sie sich bereits grundsätzlich darauf verständigt, Reisende aus sogenannten Risikogebieten im Ausland künftig unmittelbar nach ihrer Rückkehr auf das Corona-Virus zu testen. Dazu sollen an Flughäfen Teststellen eingerichtet werden.

© dpa, Cheng Min/XinHua Lesen Sie auch: Ob und wie Corona mit Tests an Flughäfen eingedämmt werden kann

Allerdings sind noch viele Fragen offen, etwa zur Finanzierung der verpflichtenden Tests. Unklar ist auch, was mit Menschen passiert, die nicht mit dem Flugzeug, sondern mit Zug oder Auto unterwegs sind. Bei ihrer Schaltkonferenz wollen die Minister ein Gesamtpaket schnüren und dann auch formal beschließen.

Von: lr mit dpa

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