Steigende Treibstoffkosten werden die Privatisierung der portugiesischen Fluggesellschaft Tap nicht gefährden. Das sagte Verwaltungsratschef Carlos Oliveira am Rande der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro gegenüber "Reuters". Ein strategischer Partner könne noch bis Jahresende ausgewählt werden.
"Wir befinden uns in einem sehr klaren, transparenten und klar definierten Prozess, der vom Anteilseigner — dem portugiesischen Staat — festgelegt wurde", sagte Oliveira.
Bindende Angebote sollen bis Ende Juli eingereicht werden. Die Treibstoffsituation werde "keine Auswirkungen haben, da sie für die gesamte Branche gilt", fügte er hinzu.
Air France-KLM und Lufthansa haben als einzige Fluggesellschaften unverbindliche Angebote für eine Minderheitsbeteiligung an Tap abgegeben. Der britische Airlinekonzern IAG hatte trotz anfänglichen Interesses auf eine Bewerbung verzichtet.
Portugal strebt den Verkauf von bis zu 49,9 Prozent der Fluggesellschaft an, wobei fünf Prozent für die Belegschaft reserviert sind.
Das Tap-Vorstandsgremium sei in die Prüfung der strategischen Pläne jedes Bieters eingebunden, sagte Oliveira — die endgültige Entscheidung liege jedoch beim portugiesischen Staat.
Tap sucht Netzwerk- und Flottensynergien
Tap sucht nach einem Partner, der Zugang zu breiteren und besser strukturierten Netzwerken, Flottensynergien sowie Zusammenarbeit in Wartung und Engineering bieten kann.
Der Hintergrund: In der europäischen Luftfahrt rollt derzeit eine Konsolidierungswelle. "Vor allem wollen wir sicherstellen, dass Tap eine zukunftsfähige Plattform ist und einen soliden Partner hat, der dieses Wachstum verstärkt", sagte Oliveira.
Parallel dazu baut Tap ihr Brasilien-Geschäft aus. Bis Jahresende will die Fluggesellschaft 15 Ziele in Brasilien bedienen — zehn davon exklusiv.
Demnächst kommen zwei neue Strecken von Portugal nach Brasilien hinzu: eine nach Curitiba ab Juli sowie eine nach São Luís ab Oktober.