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Ein Flugzeug hinterlässt über Frankfurt am Main Kondensstreifen am Himmel. dpa / Daniel Reinhardt

Die Staatengemeinschaft hat erste Weichen zur Begrenzung der Flugzeug-Abgase gestellt. Zum Abschluss einer Tagung der internationalen Luftverkehrsorganisation ICAO im kanadischen Montreal beschlossen die Mitgliedsländer jetzt, bis zum Jahr 2016 ein internationales System zu Klimaabgaben im Luftverkehr auszuarbeiten. Dieses soll dann 2020 in Kraft treten. Es wäre das erste weltweite System seiner Art. Umweltschützer kritisierten die Vereinbarung als unzureichend. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft begrüßte den Beschluss

Fluggesellschaften müssen dann Lizenzen für den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) vorweisen. Dies soll einen Anreiz zur Verringerung der schädlichen Gase bieten. Eine Möglichkeit dazu ist die Anschaffung moderner Flugzeuge mit einem geringeren Spritverbrauch. Bei den großen Herstellern Airbus und Boeing sind derartige Jets momentan besonders gefragt, allerdings wegen der hohen Spritpreise.

"Der Teufel mag immer noch im Detail stecken, aber zumindest heute hatte der Teufel mal Urlaub", sagte ICAO-Generalsekretär Raymond Benjamin. Insgesamt hat die ICAO, die eine Unterorganisation der Vereinten Nationen ist, 191 Mitgliedsstaaten.

Gegenwind von den USA und Russland

Das Drängen auf ein Klimaabkommen im Luftverkehr ging von der Europäischen Union aus, die sich jedoch nur in Teilen durchsetzen konnte. Derzeit verlangt die EU nur für innereuropäische Flüge CO2-Lizenzen von den Fluggesellschaften - geplant war nach einem früheren Kompromisspapier auch die Ausweitung auf den europäischen Teil zum Beispiel von Interkontinentalflügen. Gegenwind kam unter anderem von den USA, Indien, China und Russland. Dies hatte die Sorgen vor einem Handelskrieg geschürt.

"Wir hätten uns zwar gewünscht, dass mehr Staaten unser regionales System akzeptieren, doch es wurden insgesamt Fortschritte gemacht", erklärte EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard. Ohne das Drängen der EU hätte es gar keine Entscheidung gegeben. Das seien "sehr gute Nachrichten für den Planeten", ergänzte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas. "Wir haben außerdem einen schädlichen Konflikt unter Handelspartnern vermieden".

Kritik kam von Umweltschützern und aus dem Europaparlament. Die getroffene Vereinbarung sei «wie ein Schweizer Käse - voller Löcher», erklärte die Brüsseler Vereinigung Transport & Environment. «Leider haben wir keinerlei Garantie, dass das System wirklich 2020 eingeführt wird, und dass die Umwelt davon substanziell profitieren wird. Es gibt viel zu viele Wenns und Abers», sagte der CDU-Abgeordnete Peter Liese.

BDL begrüßt den Beschluss der ICAO

Klaus-Peter Siegloch, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), begrüßte den Beschluss der ICAO. Er mache den Weg frei für einen globalen Emissionshandel, so Siegloch. "Jetzt kann eine durchdachte, weltweite und von allen Ländern und Airlines getragene Lösung bis 2016 ausgestaltet und 2020 eingeführt werden." Eine Beschränkung des Emissionshandels auf innereuropäische Strecken, wie sie zur Zeit in der EU praktiziert werde, widerspreche dem Grundgedanken eines Handelssystems ohne Wettbewerbsnachteile.

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"Die EU muss jetzt die Reißleine ziehen und den rein innereuropäischen Emissionshandel bis zur Einführung einer weltweiten Lösung 2020 aussetzen. Auch die Bundesregierung hat uns immer eine wettbewerbsneutrale Einführung des Emissionshandels zugesagt," erklärte der BDL-Präsident. Schon heute seien die die europäischen Fluggesellschaften im globalen Wettbewerb durch einseitige Belastungen stark benachteiligt. So werde der Luftverkehrsstandort Europa geschwächt. Europas Airlines seien bei den Erträgen heute bereits Schlusslicht im globalen Vergleich.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass der Ausstoß an Treibhausgasen durch die Luftfahrt weiter zunimmt. Im Jahr 2020 werde er schätzungsweise 70 Prozent höher liegen als im Jahr 2005. Vor allem in Asien stiegen zuletzt die Passagierzahlen.