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Lufthansa konkretisiert Pläne für Ocean

Lufthansa arbeitet weiter an seiner neuen Touristikplattform "Ocean". Nun konkretisiert CEO Carsten Spohr die Pläne. Neben Langstrecken soll die neue touristische Einheit auch mit Mittelstrecken-Jets Ferienflüge anbieten. Auch ein Startdatum gibt es jetzt.

Flugzeuge von Eurowings und Lufthansa am Flughafen München. © Flughafen München

Der Lufthansa-Konzern arbeitet weiter intensiv am Aufbau seiner neuen Touristikplattform "Ocean". In einem Pressegespräch hat Konzern-Chef Carsten Spohr jetzt die Pläne konkretisiert. Spätesten bis Ende 2021 soll die neugegründete Konzern-Airline demnach unter einem eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) operieren.

Bislang werden die touristischen Strecken der Lufthansa von der Mainline selbst, Lufthansa City Line, Brussels Airlines und auch bis zu ihrer Auflösung von Sunexpress Deutschland durchgeführt. Die Mittelstrecken bedient Eurowings und - ebenfalls bis zur Auflösung - Germanwings. Mit der Bündelung auf ein AOC will der Konzern mehr Klarheit und einfachere Strukturen schaffen.

Bereits vorher geht es im vorhandenen Regime weiter, allerdings deutlich Corona-geschwächt. In diesem Winter lässt der Konzern zunächst drei Maschinen touristische Langstrecke ab Frankfurt fliegen, so Spohr. Alle Langstreckenmaschinen werden von Lufthansa-Tochter Brussels beeredert und fliegen weiter unter der Marke Eurowings.

Im kommenden Sommer werden es nach Aussage des obersten Lufthanseaten dann sieben Flugzeuge sein. Allerdings sei noch keine Entscheidung gefallen, ob auch alle sieben Maschinen ab Frankfurt starten werden. Das hänge von der Nachfrage und unseren Touristikpartnern ab, so Spohr weiter.

Gleichzeitig denkt der Konzern weiter darüber nach, "Ocean" auch mit Mittelstrecken-Maschinen auszustatten. Konkret gehe es laut Spohr um acht Maschinen, die heute für die österreichische Eurowings Europe im Einsatz sind. Geplant sei, touristische Ziele rund um das Mittelmehr anzufliegen - und zwar von den beiden Lufthansa-Hubs Frankfurt und München. Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, so Spohr abschließend.

"Ocean" soll günstiger operieren

Lufthansa sucht für "Ocean" bereits Personal. So sind derzeit Cockpit- und Kabinenstellen zu besetzen und intern sowie extern ausgeschrieben. Die Ausschreibung von mehreren Hundert Stellen bei der neuen internen Konkurrenz kommt bei der Belegschaft gar nicht gut an. Gleichzeitig will der Konzern anderorts rund 27.000 Stellen streichen.

Weil zudem neun Milliarden Euro Staatshilfe an den Konzern fließen und die neuen "Ocean"-Jobs weder bei den Flugbegleitern noch bei den Piloten unter den bestehenden Lufthansa-Konzerntarifvertrag fallen, lautet der Vorwurf "Tarifflucht auf Steuerkosten".

© Eurowings, Athenea Diapouli-HarimanLesen Sie auch: Arbeitnehmer mehrerer deutscher Airlines wollen "Ocean" verhindern

Lufthansa wehrt sich gegen den Vorwurf, durch die Gründung ihrer neuen Ferienfluggesellschaft "Ocean" in der Corona-Krise Tariflöhne zu umgehen. Der Konzern habe schon vor der Pandemie begonnen, "den touristischen Bereich zu stärken und auszubauen" so ein Lufthansa-Sprecher Anfang Oktober zur Nachrichtenagentur AFP. Die Lufthansa-Tochter "Ocean", die im Hintergrund von Eurowings agieren soll, werde auch ohne Tarifvertrag Mitarbeiter zu "wettbewerbsfähigen Tarifbedingungen" einstellen.

In der Tat stehen die Beschäftigten bei "Ocean" schlechter als bei den bisherigen Betreibern der Eurowings-Langstrecke. Das liegt aber nicht daran, dass die Grundvergütung per se schlechter wäre, als sie es bei Sun Express Deutschland oder Brussels im Vergleich zur Mainline ohnehin schon war. Vielmehr erhalten alle Beschäftigten bei "Ocean" zunächst nur 70-Prozent-Verträge, was zumindest am Anfang zu entsprechend weniger Netto führt.

Von: br

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