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Spohr fordert erneute Aussetzung der Slot-Regeln

Lufthansa-Chef Carsten Spohr fordert von der EU die weitere Aussetzung der Slotregeln. Andernfalls wird der Konzern Leerflüge durchführen, um die Slots zu halten. Mit einer Erholung des Luftverkehrs rechnet Spohr ab dem Sommer.

Carsten Spohr arbeitet seit 1994 für die Lufthansa. © Lufthansa

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat die EU aufgefordert, in der Corona-Krise die Vergaberegeln für die Start- und Landerechte an slotregulierten Flughäfen weiterhin auszusetzen. Wenn es beim bisherigen Vorschlag der Kommission für den Sommer bleibe, könnte sich Lufthansa zu umweltschädlichen Leerflügen gezwungen sehen, um die attraktiven Slots zu erhalten. "Das wäre verrückt", sagte der Vorstandschef der Lufthansa Gruppe am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Fluglotsen-Organisation Eurocontrol.

"Wir würden alles dafür tun, um unsere Slots zu halten. Das würde jedes verantwortungsvolle Management im Übrigen auch tun" Carsten Spohr

Spohr bemängelt, dass die EU-Kommision einerseits den CO2-Abdruck verringern wolle und Airlines gleichzeitig durch das Festhalten an der Regel zu Leerflügen zwinge. Zudem gehe die EU-Kommision mit diesem Vorschlag einen völlig anderen Weg als die anderen großen Märkten, wie die USA, China, Russland und Latein-Amerika oder auch Großbritannien. Diese lassen die Slotregeln weiter ausgesetzt.

Die Start- und Landerechte an den Drehkreuzen zu bestimmten Zeiten sind der Kern des Systems einer Netzgesellschaft wie Lufthansa, die ihre Langstreckenflüge nur mit Umsteigern auslasten kann. Um die Slots für die nächste Saison zu erhalten, müssen sie in normalen Zeiten zu mindestens 80 Prozent genutzt werden, weil sie anderenfalls von den Aufsichtsbehörden neu vergeben würden.

Weltweit waren und sind die Slot-Regeln wegen der Corona-Krise ausgesetzt worden. Die EU hat hingegen für den Sommerflugplan vorgeschlagen, dass für den Erhalt der Slots diese zu mindestens 40 Prozent genutzt werden müssten.

Bislang bleibt die erhoffte Erholung des Luftverkehrs wegen neuer Corona-Mutationen und weiterhin bestehender Reisebeschränkungen aber aus. Eurocontrol-Chef Eammon Brennan bezifferte den aktuellen Europaverkehr auf lediglich 14 Prozent des Niveaus aus dem Vorjahr. Der Februar werde noch schlimmer, sagte der Lotsenvertreter.

Geldabfluss konnte verlangsamt werden

Der Lufthansa-Konzern hat sich laut Spohr in drei Szenarien auf eine Gesamtjahresleistung zwischen 40, 50 oder 60 Prozent eingerichtet. Eine starke Erholung in Folge von vermehrten Impfungen und mehr Tests werde man "irgendwann im Sommer" erleben, sagte der Lufthansa-Chef.

Zudem zeige das aufgelegte Sparprogramm bereits Wirkung. Neben den bekannten Maßnahmen Arbeitsplatzabbau, der Stilllegung von Teilflotten sowie Ausweitung der Kurzarbeit hat der Konzern auch den Verkehr auf den Hub Frankfurt konzentriert. So verliert der Konzern statt einer Million Euro pro Stunde diesen Betrag derzeit nur noch alle zwei Stunden. Und auch das milliardenschwere stattliche Hilfsprogramm "wird man wahrscheinlich nicht voll ausschöpfen müssen."

Von: br mit dpa

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