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Spahn rät zu Ferien in Deutschland und will zehntägige Quarantäne

Die überschaubare Reisetätigkeit im Sommer hat nach Ansicht des Gesundheitsministers zu einigen neuen Covid-Fällen im Land geführt. Am liebsten wäre ihm, dass alle im Land bleiben. Die verpflichtende Quarantäne für Rückkehrer soll jedoch verkürzt werden.

Jens Spahn (CDU) © BMG

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, die nächsten Schulferien in Deutschland zu verbringen, schreibt der "Stern". Grund seien die Erfahrungen mit den Rückkehrern aus dem Winter und Sommerurlaub und den damit verbundenen gestiegenen Infektionszahlen.

In einer Pressekonferenz am vergangenen Freitag teilte Spahn zudem mit, dass sich die Gesundheitsminister der EU-Länder auf eine Quarantänedauer von zehn Tagen für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten geeinigt hätten. Darüber hinaus solle geprüft werden, ob die Quarantäne auf fünf Tage verkürzt werden kann, wenn ein negativer Corona-Test vorgelegt wird. Spahn kündigte an, die deutsche Quarantäneordnung dahingehend zu überarbeiten.

Ab Anfang Oktober, ein genaues Datum ist noch nicht festgelegt, soll die Testpflicht bei Einreise aus Risikogebieten bundesweit in eine Quarantänepflicht umgewandelt werden. Zur Begründung wurde auf die relativ hohe Zahl Infizierter unter den Reiserückkehrern und knappe Laborkapazitäten für die tausenden obligatorischen Tests verwiesen.

In der Tourismus- und Luftfahrtbranche kommt die neue Strategie nicht gut an. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft bezeichnete die Quarantänepflicht als "gleichbedeutend mit einem erneuten Lockdown der Reisetätigkeit zu vielen Zielen". Die ursprüngliche Corona-Quarantäne in Deutschland beträgt 14 Tage. Schon in der Vorwoche machten jedoch Gesundheitspolitiker fast aller großen Parteien klar, dass sie einer Verkürzung auf bis zu fünf Tage zustimmen würden.

© KEYSTONE/dpa, Ennio Leanza Lesen Sie auch: Diskussionen um generelle Verkürzung der Quarantänepflicht

EU-Kommission dringt auf einheitliche Reiseregeln in ganz Europa

Das Ziel sind nun einheitliche Regeln zu Reisebeschränkungen in der ganzen EU, eine Forderung, die von der Wirtschaft immer wieder erhoben wird. Die EU-Kommission hat daher aktuell ein gemeinsames Konzept für die Reiseregeln in der Union vorgelegt. Due Vorschläge aus Brüssel sehen vor, sich schnellstmöglich auf gemeinsame Kriterien und Schwellenwerte für die Einführung von Reisebeschränkungen zu verständigen.

Hinzu soll eine offizielle EU-Risikogebietskarte als Vorlage für die Entscheidungen der Mitgliedstaaten kommen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC solle dazu "jede Woche eine aktualisierte Karte herausgeben".

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Covid-19-Fallzahlen durch Reiserückkehrer sinken deutlich

Da Einreiseregeln, gerade in Krisenzeiten, eine hoheitliche Aufgabe der einzelnen Mitgliedstaaten bleiben, ist es nun den Mitgliedstaaten überlasse, ob und inwieweit sie sich auf einheitliche Regeln verständigen. Die Verhandlungen dürften laut Experten kompliziert werden. Zwar gebe es ein wirtschaftliches Interesse an möglichst einheitlichen regeln, jedoch seien die Ausgangsbedingungen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Zudem weisen sich die EU-Länder derzeit teils noch gegenseitig als Risikogebiete aus, was immer wieder diplomatischen Zündstoff liefert.

Von: dk

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