Struktur-Risse an zahlreichen Boeing 737 NG gefunden

Zahlreiche ältere Boeing 737 NG weisen Risse an wichtigen Strukturbauteilen zwischen Rumpf und Flügel auf. Betroffene Flugzeuge wurden in den USA bereits gegroundet. Boeing hatte das Problem kürzlich selbst entdeckt und der FAA gemeldet.

Boeing 737-800 der Southwest Airlines © airteamimages.com

Fünf Prozent aller Boeing 737 NG, die in den vergangenen Wochen wegen einer FAA-Anweisung überprüft wurden, weisen Risse an wichtigen Strukturbauteilen auf. Das berichtet der "Bloomberg". Die Risse seien an den so genannten Pickle Forks, Verbindungsteilen zwischen Rumpf und Tragflächen, entdeckt worden.

Boeing hatte das Problem selbst entdeckt und der US-amerikanischen Flugaufsichtsbehörde FAA gemeldet. Diese hatte daraufhin Inspektionen von Maschinen mit über 30.000 Flugzyklen innerhalb von sieben Tagen angeordnet.

Die strukturelle Integrität der Flugzeuge sei durch die Risse gefährdet. Deshalb seien die Maschinen gegroundet, bis sie repariert werden könnten, heißt es in dem Bericht weiter. 36 von 686 überprüften Flugzeugen in den USA hätten Risse aufgewiesen. Dies entspricht mehr als fünf Prozent. Auch Flugzeuge mit 22.600 bis 29.999 Flugzyklen müssten gecheckt werden, allerdings erst innerhalb der kommenden 1000 Flugzyklen.

Boeing richtet Reparaturstation ein

Die US-Fluggesellschaft Southwest Airlines hat bereits zwei 737 NG wegen der Risse aus dem Verkehr gezogen. Der weit überwiegende Teil der untersuchten Flotte sei jedoch in Ordnung.

Boeing bekräftigte in einer Stellungnahme, seine Kunden aktiv bei den Untersuchungen der 737 NG zu unterstützen. Allen betroffenen Betreibern seien detaillierte Anweisungen gegeben worden, auch bei erforderlichen Reparaturen beteilige Boeing sich.

Der Flugzeugbauer richte eine Reparaturstation im kalifornischen Victorville ein, berichtet "Bloomberg" weiter. Boeing gehe davon aus, etwa zwei bis drei Wochen pro Flugzeug zu benötigen, um die Probleme zu beheben. Der US-Konzern äußerte sich dazu zunächst nicht.

Fest steht: Boeing hat mit den Krisenfliegern der 737-Max-Serie momentan eigentlich schon genug Stress. Die große US-Fluggesellschaft American Airlines rechnet nach Angaben vom Mittwoch in diesem Jahr nicht mehr mit einer Wiederinbetriebnahme der Unglücks-Jets.

Das Unternehmen teilte mit, die Maschinen bis zum 16. Januar aus dem Flugplan zu nehmen. Boeings Bestseller fällt somit in der von starkem Reiseaufkommen geprägten Weihnachtszeit aus. Zuvor hatte American 737-Max-Flüge bis zum 3. Dezember gestrichen. Angesichts der andauernden Schwierigkeiten, die es bei der angestrebten Wiederzulassung der Maschinen gibt, kommt der Schritt wenig überraschend. Boeing steht unter Druck, Software-Probleme zu beheben, die als eine entscheidende Ursache der zwei Abstürze gelten.

Von: hr, mit Material von dpa

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