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Flugzeuge von Lufthansa und Air Berlin. © dpa

Das Bundeskartellamt hat entschieden: Zwar sind die Preise auf innerdeutschen Flügen von Eurowings und Lufthansa als Reflex nach der Air-Berlin-Pleite um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent gestiegen, doch rechtfertige dies kein Marktmissbrauchsverfahren gegen den Kranich. Auch weil Easyjet als Konkurrentin dazugekommen ist und die Preise anschließend wieder fielen.

© dpa, Lesen Sie auch: Easyjet hilft Lufthansa bei Preisprüfung

Denn der britische Low-Cost-Carrier fliegt seit Jahresanfang vom Cityairport der deutschen Hauptstadt, Tegel - auch auf fünf innerdeutschen Routen: Berlin-München, Berlin-Frankfurt, Berlin-Stuttgart, Berlin-Düsseldorf, Berlin-Köln/Bonn. Diese und acht weitere Routen betrachtete das Bundeskartellamt für November/Dezember 2017 und Februar 2018:

Darstellung: © airliners.de

Es sind die 13 aufkommenstärksten innerdeutschen Strecken, auf denen Air Berlin noch 2016 einen Großteil der Kapazitäten stellte. Allein auf den fünf jetzigen Easyjet-Routen hatte die inzwischen insolvente Airline einen Marktanteil von rund 60 Prozent. Die restlichen Prozente verteilen sich auf die übrigen acht Strecken, wobei vier davon zuletzt von Air Berlin gar nicht mehr bedient wurden.

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Einige Air-Berlin-Strecken wurden Lufthansa-Monopolrouten

Air Berlin hatte vor Marktaustritt einen Anteil von rund 46 Prozent am innerdeutschen Luftverkehr. Der restliche Teil fiel hauptsächlich Lufthansa und Eurowings zu. Zehn Strecken, auf denen Air Berlin 2016 noch neun Millionen Passagiere beförderte, drohten komplett zu Monopolrouten der Kranich-Airlines zu werden.

Darstellung: © airliners.de

Auf vier dieser Routen ist inzwischen Easyjet unterwegs - mit geplant gut 2,1 Millionen Sitzen für die zweite Jahreshälfte. So ergibt sich im offiziellen Abschlussbericht zum Vorprüfungsverfahren des Bundeskartellamts, das für "rund Zweidrittel der Passagiere, die durch die Insolvenz von Air Berlin vorübergehend auf den Monopolanbieter Lufthansa angewiesen waren, wieder eine Ausweichalternative besteht". Auch dadurch seien die gemessenen Preise auf diesen Strecken zwischen Winter 2017 und Februar 2018 um durchschnittlich rund 25-30 Prozent gefallen. Sie "liegen damit ungefähr wieder auf dem Preisniveau, das vor dem Ausstieg Air Berlins festgestellt wurde".

Kartellamt prüfte über 56.000 Tickets

Insgesamt hat die Behörde über 56.000 Tickets von Lufthansa, Eurowings und Easyjet in den beiden Zeiträumen geprüft. Natürlich gibt es auch innerdeutsche Monopolstrecken des Kranichs. Denn insgesamt hat die Lufthansa Group mit fast 87 Prozent immer noch einen hohen Anteil am innerdeutschen Luftverkehr. Die Konkurrenzsituation auf den durch den Air-Berlin-Wegfall zu Lufthansa-Monopolen gewordenen zehn Routen gestaltet sich aktuell so:

Angaben nach Sitzplatzkapazitäten zwischen Juni 2018 und -19. Darstellung: © airliners.de

Doch Easyjet ist nicht das einzige Argument der Kartellwächter gegen ein Marktmissbrauchsverfahren. Daneben war laut Bericht zu berücksichtigen, dass "ein starker Kapazitätsrückgang auf den betroffenen Strecken einsetzte". Zwar war es der Lufthansa gelungen, einen Teil dieses Kapazitätsverlustes durch erhöhte Frequenz oder größere Maschinen auszugleichen, "gleichwohl verblieb auf den untersuchten Strecken im Jahresvergleich eine Kapazitätseinbuße von rund 20 Prozent", so die Behörde.

Air-Berlin-Kapazitäten wieder hergestellt

Rein rechnerisch zeigt sich für den kommenden September, dass Easyjet und die Lufthansa-Group-Airlines (Lufthansa und Eurowings) auf den fünf "Wettbewerbsrouten" zwar das Angebot der Air Berlin deutlich übertreffen, doch auf den verbliebenen acht Strecken ergibt sich ein leichtes Minus. Unterm Strich ergibt sich wiederum ein Plus nach dem Air-Berlin-Marktaustritt. Allerdings gilt dies lediglich für Kapazitäten von Air Berlin aufgerechnet gegen jene von Easyjet und den Lufthansa-Airlines gesamt.

Vergleich September 2017 mit September 2018. Darstellung: © airliners.de

Unerheblich war aus Sicht des Bundeskartellamts letztlich dann doch die Frage, ob die Preiserhöhungen auf einen Preis-Algorithmus oder auf menschliche Intervention zurückzuführen sind.

© Bundeskartellamt, Lesen Sie auch: Kartellamt tadelt Lufthansa für "Algorithmus-Ausrede"

Auch Ryanair und beispielsweise Luxair bedienen innerdeutsche Routen. Letztgenannte mit Berlin-Saarbrücken sogar eine ehemalige Monopolstrecke von Air Berlin. Allerdings sind die Marktanteile hier so gering, dass sie nicht weiter berücksichtigt werden.