So baut der Flughafen Hamburg um

Halbzeit bei der Vorfelderneuerung am Hamburger Airport. Die größten Beeinträchtigungen für Passagiere sind geschafft. 2020 will man die Arbeiten abschließen. Gleichzeitig ist ein weiteres Bauprojekt gestartet.

Das Vorfeld des Hamburg Airport nach Abschluss der Fünften Bauphase. © Hamburg Airport

Der Hamburger Flughafen kommt bei der grundhaften Erneuerung des Vorfelds deutlich voran. Dies ist aus Fotos ersichtlich, die unserer Redaktion exklusiv vorliegen. Die 33.000 Quadratmeter große Fläche wird in zehn einzelnen Abschnitten bei laufendem Betrieb saniert. Nötig wurde dieser Schritt, da Teile des Areals mit 40 bis 60 Jahren Alter am Ende der Haltbarkeit stehen.

Bereits 2012 begannen die Planungen für das 120 Millionen Euro teure Projekt. Startschuss für die Bauarbeiten war im März 2016. Nach Abschluss aller in zehn Phasen unterteilten Arbeiten 2020 entspricht das Vorfeld den neuesten Easa- und Icao-Standards.

Größte Einschränkungen für Passagiere beendet

Mit dem Abschluss der fünften Bauphase sind die größten Einschränkungen für die Passagiere seit dem 30. Juni überwunden. Denn alle Arbeiten, die sich direkt an der Pier befinden, seien beendet, so Flughafensprecherin Katja Bromm.

Im Gespräch mit airliners.de betont der zuständige Leiter der Vorfelderneuerung, Jochen Schröder, dass es sich im Prinzip um einen kompletten Neubau des Vorfeld 1 handelt – und das bei laufendem Betrieb.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden fast Zweidrittel der gesamten Vorfeldflächen, inklusive der darunterliegen Leitungen und Schächte für Regenwasser, Befeuerung, Elektronik neu gebaut und alte Kabel in die Trassen gelegt. In der Summe sei die Betonschicht des neuen Vorfeldes jetzt circa 40 Zentimeter stark, so Schröder. An einigen Stellen wurden aber auch bis zu drei Meter tiefe Schächte installiert. Damit sei die Dichtigkeit gegen aggressive Wässer wieder gegeben.

Der Flughafen rechnet für die tieferliegenden Schichten mit einer Lebensdauer von 60 Jahren, während die Oberflächen für die nächsten 25 Jahre halten sollen.

Neue Beton-Asphalt-Teilung

Die Rolllinien der Maschinen bestehen jetzt aus Asphalt und nicht mehr aus Beton. Asphalt biete eine deutliche Lärmreduktion und die Möglichkeit, schneller Reparaturen durchführen zu können. Das führt zu geringeren Einschränkungen im Betriebsablauf, so Schröder. Die verschiedenen Standflächen, wie beispielsweise Parkpositionen, bestehen weiterhin aus Beton.

Außerdem hat man in den ersten fünf Phasen alle 15 Fluggastbrücken auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Zusätzlich wurden zwei flexible Doppelfluggastbrücken installiert. Diese benötigt der Airport auch für die A380-Maschinen, die Emirates ab Oktober regelmäßig in die Hansestadt schicken wird.

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Das Vorfeld 2016 und 2018

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Das Vorfeld zur Halbzeit der Baumaßnahmen im Sommer 2018. Die neuen asphaltieren Rollwege sind deutlich zu erkennen. (© Hamburg Airport)

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...und vor den Baumaßnahmen 2016. (© Hamburg Airport)

Hamburg installiert "Follow-the-Greens"-Konzept

In den ersten Bauphasen ist auch durch den Einbau tausender Leuchten die Voraussetzung für die Nutzung des Leitverfahrens "Follow the Greens" geschaffen worden. Dabei leiten grüne Lichtbänder im Boden den Piloten über das Vorfeld, zur Runway oder festgelegten Parkposition. Jede einzelne Leuchte ist gekennzeichnet worden. In den nächsten Schritten muss die Software des Bahnüberwachsungssystems programmiert werden. Nutzbar soll das Verfahren ab 2021 sein.

Die Rollgeschwindigkeit wird dadurch erhöht und ein gegenläufiges aneinander Vorbeirollen der Maschinen erstmalig ermöglicht.

Bauphasen sechs bis zehn

Schröder gibt auch einen Ausblick auf die kommenden Bauphasen, die im Februar 2019 beginnen sollen. Als nächstes werden die Remote-Parkpositionen, also die nur per Bus-Boarding erreichbaren Parkpositionen, im gleichen Stil erneuert – neue Technik und Erneuerung der Oberfläche.

Neben der laufenden Vorfelderneuerung hat der Flughafen auch mit einer weiteren großen Baumaßnahme begonnen - dem Ausbau des Pier Süd. Um Platz für sechs neue Parkpositionen inklusive Flugastbrücken zu schaffen, werde gerade der dahinterliegende Frachthof zurück gebaut.

Der Ausbau diene aber nicht der Kapazitätserweiterung, sondern man wolle den Reisekomfort für die Passagiere erhöhen, so Pressesprecherin Bromm. Die Kosten für das Projekt bezifferte der Airport mit einer halben Milliarde Euro.

Von: br

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