So bereiten sich die Airlines auf den Sommer vor

Damit sich ein Verspätungssommer wie 2018 nicht wiederholt, haben Fluggesellschaften verschiedene Maßnahmen ergriffen. airliners.de gibt eine Übersicht, wie sich Lufthansa, Easyjet und Co. auf den Sommer vorbereitet haben.

Anzeigetafel am Flughafen © dpa / Frank Rumpenhorst
Passagiere unter einer Anzeigetafel mit Flugstreichungen. © dpa-tmn / Tobias Hase

Mitte vergangener Woche prognostizierte Lauda-Chef Andreas Gruber, dass der diesjährige Sommer im Hinblick auf Flugverspätungen und Annullierungen kaum besser werden würde, als der Verspätungssommer 2018. Lufthansa spricht gegenüber airliners.de von einem "herausfordernden Sommer".

Ähnlich schätzt auch der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) die Lage ein. Zwar würden die auf dem Luftverkehrsgipfel in Hamburg vereinbarten Maßnahmen zwischen Politik und Unternehmen bereits erste Wirkung zeigen und das Verspätungsproblem etwas mildern. Doch vor dem Hintergrund der weiter wachsenden Nachfrage nach Luftverkehr müssten auch die strukturellen Probleme bei den Luftsicherheitskontrollen in Deutschland und der Flugsicherung in Europa angegangen werden.

airliners.de gibt eine Übersicht, welche vorbeugenden Maßnahmen die auf dem deutschen Markt wichtigsten Airlines getroffen haben.

Lufthansa Group

Die Lufthansa Group hält für ihre Konzern-Airlines in diesem Sommer rund 37 Reserve-Maschinen bereit. Laut einer Sprecherin kann sich je nach erforderlicher Situation die Stationierung der Flugzeuge verschieben.

Die Lufthansa hat als Reserve zehn Jets in Frankfurt und acht Maschinen in München gebased. Tochter Swiss hält sechs Maschinen in Zürich und Genf vor und bei ihrer österreichischen Schwester Austrian sind es am Standort Wien zwei Flugzeuge. Die restlichen zehn Maschinen entfallen auf Eurowings. "Diese setzen wir verstärkt an Flughäfen mit höherem Reiseaufkommen, wie zum Beispiel Düsseldorf und Köln, ein", teilte der Billigflieger gegenüber airliners.de mit.

© Lufthansa Group, Lesen Sie auch: Eurowings kämpft mit "Scope" gegen Verspätungen

Neben den Reserveflugzeugen hat die Lufthansa-Gruppe auch Flug- und Bodenzeiten verlängert. Davon erhofft sich der Konzern "mehr Puffer in die Flugpläne zu bringen und Verspätungen besser auffangen zu können." So könne man Folgeverspätungen deutlich minimieren und Streichungen vermeiden. Das Maßnahmenpaket lässt sich der Konzern rund 250 Millionen Euro kosten.

Condor

Der Ferienflieger möchte in diesem Sommer "ad-hoc einsatzfähig" sein, wie eine Sprecherin zu airliners.de sagte. Dafür hält der Ferienflieger sieben Maschinen und fünf Standby-Crews in Airport-Hotels bereit. Auch habe der Ferienflieger über den Winter zusätzliches Personal eingestellt. Sowohl im Headquarter, um die Flüge und ihre Routen effizienter zu planen, als auch am Boden zur Beschleunigung der Abfertigung und in der Luft.

Zudem betreibt die Fluggesellschaft seit Dezember neben Frankfurt auch einen weiteren eigenen Wartungsstandort in Düsseldorf. Dort sind mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig.

Tuifly

Ein Tuifly-Sprecher teilte mit, dass die Airline in diesem Sommer erstmals eigene Maschinen als Reserve vorhalte. In der Vergangenheit hätten diese Aufgabe immer externe Partner übernommen. Der Anteil von Reservekapazitäten liege bei rund fünf Prozent des Angebots, was" letztlich 1,5 Maschinen" entspreche, so der Sprecher weiter. Diese befänden sich an den großen Stationen in Düsseldorf und Hannover.

Sunexpress

Ein Sunexpress-Sprecher teilte auf Anfrage mit, dass die Fluggesellschaft für die kommenden Wochen mehr Puffer und Ersatzkapazität im operativen Bereich eingeplant habe. Zudem halte man stetig zusätzliche Flugkapazitäten bereit, um möglichst agil auf potenziell Verspätungssituationen reagieren zu können.

Gleichzeitig hieß es, dass Airlines in solchen Fällen gerne "auf den kurzfristigen Einsatz von Wetlease-Maschinen" setzten. Durch das Grounding der Boeing 737-Max sei dieser Markt jedoch nahezu leergefegt.

Easyjet

Auch Easyjet hat unter dem Titel "Operational Resilience-Programm" verschiedene Maßnahmen erarbeitet, um Flugausfälle und Verspätungen zu vermeiden. Teil des Programms ist auch eine Verdoppelung der Reserveflugzeuge von sieben auf 14 Jets, teilte ein Sprecher mit. Zudem hat die Airline zahlreiche Optimierungen der Betriebsabläufe vorgenommen, unter anderen auch Anpassungen der Flugpläne.

Ryanair

Billigflieger-Konkurrent Ryanair teilt auf Anfrage keine konkreten eigenen Pläne mit, sondern unterstützt die Forderungen des Verbandes "Airlines for Europe" (A4E), deren Gründungsmitglied neben der Lufthansa Group, Air France-KLM, IAG und Easyjet auch Ryanair war. Kernforderung der A4E ist die Einführung einer Vereinheitlichung der europäischen Flugsicherung.

Lauda

Ryanair-Tochter Lauda hat die Kapazitäten von zwei Maschinen für den Sommer zurückgestellt, sagte Airline-Chef Gruber vergangene Woche auf einer Pressekonferenz.

Von: br

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