Smartwings kündigt Massenentlassungen an

Der osteuropäische Ferienflieger Smartwings muss trotz angekündigter staatlicher Kreditabsicherungen rund ein Viertel der Belegschaft entlassen. Hinter der Smartwings Group steht der tschechische Konzern Travel Service.

Boeing 737-Max-8 der Smartwings. © AirTeamImages.com / 4x6zk-moni shafir

Die tschechische Fluggesellschaft Smartwings hat wegen der Corona-Krise Massenentlassungen angekündigt. Bis zu 600 Piloten, Flugbegleiter und Bodenangestellte könnten bis Anfang nächsten Jahres ihren Job verlieren, bestätigte eine Sprecherin am Montag in Prag. Das wäre knapp ein Viertel der gesamten Belegschaft.

"Wir stehen vor der schwersten Zeit unserer Geschichte", sagte Jiri Simane, neben der chinesischen CITIC Group Miteigentümer der Fluglinie. Zuvor hatte die Airline versucht, staatliche Rettungszusagen zu bekommen. Smartwings gehört auch die Traditionsmarke Czech Airlines (CSA).

Staatliche Kreditabsicherung

Unterdessen hat das Kabinett in Prag ein Programm staatlicher Bürgschaften für Unternehmen der Reise- und Verkehrsbranche mit mehr als 250 Mitarbeitern auf den Weg gebracht. Das gab Verkehrs- und Industrieminister Karel Havlicek bekannt. Das Programm nennt sich "Covid Plus" und sichert 80 Prozent der Kreditsumme ab.

"Andere Fluglinien haben Hilfen bekommen - warum nicht wir?", hieß es in dem Inserat, das die Airline in mehreren Zeitungen des Landes schaltete. Als Beispiel wurde unter anderem der deutsche Ferienflieger Condor angeführt, der staatlich verbürgte Kredite in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro erhält.

Vor Corona betrieb die Airline eine Flotte von knapp 40 Mittelstreckenjets verschiedener Boeing-737-Versionen. Bestellt waren 30 Boeing 737-Max-8. Die Airlines der Gruppe, die zuvor als im Charterbereich als "Travel Service" unterwegs waren, bieten eine Mischung aus Vollcharter, Teilcharter sowie Einzelplatzverkauf an.

Hinter der Smartwings Group steht der tschechische Konzern Travel Service. Die Gruppe verwaltet Airlines in der Slowakei, Polen und Ungarn. Größte Airline der Gruppe ist CSA Czech Airlines. Die Fluggesellschaft setzte bereits Maschinen im Wet-Lease für Eurowings ein. Pläne zur Gründung einer deutschen Tochter-Airline hatte Smartwings bereits im vergangenen Jahr gestrichen.

© AirTeamImages.com, Alexander Mishin Lesen Sie auch: Smartwings sagt Deutschland-Ableger ab

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte das Unternehmen den regulären Flugbetrieb von Mitte März bis Mitte Mai komplett eingestellt. Inzwischen gibt es wieder erste Verbindungen aus Prag unter anderem nach Frankfurt, Amsterdam und ins kroatische Split. Im Juli kommen zahlreiche griechische Inseln hinzu.

Von: dh mit dpa

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