Entlassungen bei slowakischem "Air Cargo Germany"-Nachfolger

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Air Cargo Global ist am Boden. Der Nachfolger der ehemaligen Air Cargo Germany hat bereits seit Wochen den Flugbetrieb eingestellt. Jetzt wurden zahlreiche Mitarbeiter entlassen.

Flugzeuge der ehemaligen Air Cargo Germany stehen 2013 am Flughafen Frankfurt © Konstantin v. Wedelstaedt / Konstantin v. Wedelstaedt

Das Sterben der Frachtfluggesellschaften geht offenbar weiter. Jetzt hat die slowakische ACG Air Cargo Global den Betrieb eingestellt. Neben dem Firmensitz in Bratislawa und der Hauptbasis am Flughafen Prag betreibt ACG auch eine Basis am Flughafen Frankfurt/Main.

Den Mitarbeitern in Deutschland wurde nun gekündigt, wie airliners.de aus dem Umfeld der Frachtfluggesellschaft erfuhr. Auf Anfragen zur Zukunft der ACG reagiert die Fluggesellschaft nicht. Auch sonst gibt es keine offiziellen Statements.

Deutsche ACG machte vor sieben Jahren dicht

Bei Air Cargo Global handelt es sich um den Nachfolger der ehemaligen Air Cargo Germany, die bis vor sieben Jahren vom Flughafen Hahn aus operierte. Neben Teilen der Flotte waren damals auch etliche Mitarbeiter zur Nachfolgergesellschaft gewechselt. Auch die Firmenfarben und die Initialen teilte sich die neue mit der alten ACG.

Air Cargo Global war auf weltweite Luftfrachttransporte spezialisiert. Die Fluggesellschaft mit Hauptsitz in Bratislava operierte dabei nach eigenen Angaben komplett auf Charterbasis. Die Flotte bestand aus drei geleasten Boeing 747-400 Frachtern.

Alle Flugzeuge am Boden

Den Flugbetrieb hat ACG bereits vor Wochen eingestellt, wie verschiedene Quellen belegen. So waren die Maschinen laut Flightradar-Aufzeichnungen zuletzt Ende Dezember in der Luft. Nach Angaben von CH-Aviation befinden sich zwei der Flugzeuge in Liege (Belgien) zur Wartung, eine 747 steht in Kasachstan (Karaganda).

Die deutsche ACG hatte im Mai 2013 Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb war schon im April eingestellt worden. Zuvor hatte das Luftfahrtbundesamt die Betriebserlaubnis der Fracht-Airlines ausgesetzt hatte. Das Unternehmen hatte damals auch Geld vom Flughafen Hahn sowie dem Land Rheinland-Pfalz bekommen.

© Mitteldeutschen Flughafen AG, Lesen Sie auch: Leipzig ist Lichtblick im deutschen Cargo-Geschäft Analyse

Das Umfeld für Frachtfluggesellschaften gilt aktuell als schlecht. Das rückläufige Frachtaufkommen der vergangenen Monate hatte in dieser Woche bereits zur Pleite der britischen Cargo Logic Air geführt. Aber auch große Frachtfluggesellschaften sind von den wirtschaftlich unruhigen Zeiten und den Auswirkungen des Coronaviruses auf die Weltwirtschaft betroffen. Allerdings könnte die Luftfracht nach dem Wiederanlaufen der globalen Produktion zu den Gewinnern zählen.

Von: dh

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