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Sita-Tests für biometrische Gate-Kontrollen am Flughafen New York. © Sita

Auf seinem Euro Air Transport IT Summit in Budapest hat der Technikdienstleister Sita einen Blick auf die Möglichkeit für biometrisches Boarding an Flughäfen gegeben. In mehreren Vorträgen wurden Beispiele präsentiert und vor Ort Demo-Geräte gezeigt.

Dabei wird der Passagier per Gesichtserkennung identifiziert und muss nicht mehr Bordkarte und Ausweis vorzeigen. Das Boarding kann so erheblich beschleunigt werden, wie etwa Tests von British Airways auf dem Flughafen Orlando zeigen. Projekte gibt es ferner in Dubai und am Flughafen JFK in New York.

Doch nicht nur eine videobasierte Gesichtserkennung soll zukünftig zum Einsatz kommen. Mit weiteren Sensoren können bessere Abbilder der Personen abgeglichen werden. Infrarot-Kameras oder Lidar-Systeme werden als Alternativen genannt.

Dabei geht es auch darum, einzelne Passagiere innerhalb von einsteigenden Gruppen verifizieren zu können. Ohne Separierung könnte so der Boarding-Prozess noch schneller werden. Dazu muss das System aber auch Fluggäste ohne Ticket erkennen und blockieren können.

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Noch fehlen die Standards

Für Sean Farrell, Portfolio Director, Air Travel Solutions der Sita ist die biometrische Technik aber auch schon heute für den Masseneinsatz beim Boarding bereit. Dennoch sieht der Manager auch Probleme. So fehle eine Standardisierung der nächsten Generation des Identitätsnachweises, auf den die Branche setzen könne.

Die Industrie arbeite bereits in verschiedenen Projekten daran. Laut Farell ist die Iata One-ID-Initiative zu erwähnen. Die Icao sammle ebenfalls Ideen für ein E-Passport-Konzept. Eine weitere Initiative gibt es den Angaben nach aus der EDV-Industrie: Das World Wide Web Consortium (W3C) legt die Grundlagen für eine "Decentralized Identity Foundation".

Technik braucht staatliche Infrastruktur

Wichtig ist dabei laut Farrell aber eine Zusammenarbeit mit den Regierungen. Nur so wäre ein funktionierendes Endergebnis umsetzbar. Die eigentliche Aufgabe des Identitätsnachweises liegt laut Farrell nämlich nicht bei den Fluggesellschaften, sondern bei den Staaten. Die Luftfahrtbranche überprüfe letztendlich ja nicht die Identität der Fluggäste direkt sondern nur die Korrektheit der von den Staaten ausgegebenen Reisepässen, Personalausweisen oder Führerscheinen - oder in Zukunft die eines digitalen Identifikationsmerkmals.

Derzeit müssen diese Merkmale laut Farrel noch fallbezogen erhoben werden - zunächst beim Beginn der Reise basierend auf regulären IDs. Es findet also beim Checkin eine Aufnahme des Gesichts bei gleichzeitiger Überprüfung etwa eines Ausweises statt. Diese digitale Information wird dann im Flughafensystem weitergereicht, so dass am Gate weder Boardkarte noch Ausweis gezeigt werden müssen. Die dort installierten Kamerasysteme und Sensoren verwenden das digitale Identifikaitionsmerkmal dort als Erlaubnis für das Betreten eines Flugzeugs.