Siemens: Neu-Verkabelung am Hauptstadtflughafen BER steht noch aus

Wer 90 Kilometer Kabel verlegt, sollte das nicht ohne Plan tun. Daran wird am neuen Hauptstadtflughafen BER inzwischen aber seit Monaten gearbeitet. Jetzt löst auch eine ein Jahr alte Flughafen-Bilanz Verwunderung aus.

Blick in die Entrauchungsanlage © dpa / Patrick Pleul

Die Brandschutz-Steuerung im Terminal des neuen Hauptstadtflughafens kann nach Angaben von Siemens noch immer nicht umgebaut werden. Derzeit würden noch Pläne erarbeitet, sagte ein Sprecher am heutigen Montag. «Erst danach können wir mit der Verkabelung beginnen.» Siemens widersprach damit dem am Wochenende entstandenen Eindruck, dies stehe unmittelbar bevor.

«Wenn uns Planungsunterlagen vom BER vorliegen, müssen wir zunächst eine Montageplanung erarbeiten», stellte der Konzern klar. Wann die ersten von insgesamt rund 90 Kabel-Kilometern neu verlegt werden, bleibt damit offen. Diese Arbeiten könnten nach früheren Angaben eineinhalb Jahre dauern. Siemens hatte den Auftrag im Oktober erhalten.

Im Terminal fehlen auch noch Strom- und Wasserzähler, die die Betreiber unter anderem für Nebenkosten-Abrechnungen für die Mieter benötigen. Bei den vielen Planänderungen im Terminal hätten die Architekten nicht genügend Messgeräte eingeplant, hieß es am Montag bei der Flughafengesellschaft. Nun würden zusätzliche Zähler eingebaut. Damit wurden Informationen der «Bild»-Zeitung bestätigt.

© dpa, Patrick Pleul Lesen Sie auch: Rechnungshof benennt Schwachstellen am Hauptstadtflughafen BER

Am Sonntag war zudem bekanntgeworden, dass die undichten Stellen an Entrauchungskanälen teils so groß sind, dass auch hier nachgearbeitet werden muss. Ein Flughafensprecher bestätigte, dass die Betreiber die Gangart gegenüber Firmen verschärfen wollen, die bei dem Milliardenprojekt schlechte Arbeit abgeliefert haben.

Die Brandenburger Grünen forderten unterdessen eine Sonderprüfung des gesamten Projekts durch die Rechnungshöfe der Länder und des Bundes. Der Fraktionschef Axel Vogel kritisierte, dass das Unternehmen in seiner vor einem Jahr präsentierten Bilanz für 2012 erwartete Kosten für den Schallschutz und Nachforderungen von Baufirmen in Höhe von insgesamt 666 Millionen Euro als außerbilanzielle Geschäfte verbucht hatte. Darauf hatte der «Spiegel» aufmerksam gemacht. Vogel forderte, die Verschleierungstaktik der Betreiber müsse ein Ende haben.

Von: dpa

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