Siemens baut Entrauchungsanlage am Hauptstadtflughafen BER um

Die Entrauchungsanlage des pannengeplagten Hauptstadtfughafens BER soll durch Siemens endlich in Gang gebracht werden. Dafür muss der Elektrokonzern die Steuerung der Anlage umbauen.

Ein Bauarbeiter geht auf dem neuen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld durch die Ebene, auf der die Anlagen zur Entrauchung, Belüftung und Klimatisierung arbeiten. dpa / Bernd Settnik

Siemens wird die Steuerung der Entrauchungsanlage des neuen Hauptstadtfughafens BER umbauen. Ein entsprechender Vertrag ist heute unterzeichnet worden, teilte die Betreibergesellschaft Flughafen Berlin Brandenburg (FFB) mit. Neben der Lenkung der von anderen Firmen gebauten Entrauchungsanlagen wird Siemens-Steuerungstechnik künftig auch für Frischluft im Brandfall sorgen. Mangelhafter Brandschutz war ausschlaggebend für mehrere Verschiebungen des BER-Eröffnungstermins.

Zum Volumen des nun an Siemens vergebenen Auftrags und seiner genauen Dauer wollte sich der Flughafen nicht äußern. Die Arbeiten müssten in den Gesamtplan "eingetaktet werden", erklärte ein Sprecher. Der Konzern hat bis zu 18 Monate Zeit. Rückschlüsse auf einen möglichen Eröffnungstermin ließen sich daraus aber nicht ziehen, hieß es beim Flughafen.

Die Steuerung von Teilen der von Drittfirmen gebauten Brandschutzanlage hatte sich bei Praxistests als nicht umsetzbar erwiesen. Nun müssen im Terminal Kabel zu Frischluftklappen, Rauchschutzvorhängen und Fenstern neu gelegt werden. Die Arbeiten von Siemens können erst starten, sobald Vorarbeiten der technischen Gebäudeausrüstung und an den Kabeltrassen von dafür beauftragten Firmen erfolgt sind. Siemens beschäftigt sich bereits seit Monaten mit dem Thema. Vor knapp einem Jahr hatte sich der Konzern über unvollständige und qualitativ minderwertige Planungsunterlagen zur Brandschutzanlage beklagt.

Die erweiterte Entrauchungssteuerung wird im Anschluss an die Installation neu programmiert und gemeinsam von Experten des BER und Fachleuten für die Brandschutzanlage getestet, bevor sie in Betrieb gehen kann. Die nach dem bisherigen Brandschutzkonzept installierte und funktionsfähige Brandmeldeanlage von Bosch bleibt - bis auf die Ansteuerung der Frischluftzufuhr - bei den notwendigen Umbauten unverändert erhalten.

Wann der neue Flughafen endlich fertiggestellt sein wird und eröffnet werden kann, ist bislang offen. Mit einem Testbetrieb im Nordflügel will der Chef des Hauptstadtflughafens, Hartmut Mehdorn, ab Frühjahr die Abläufe testen. Währenddessen könnten die noch zahlreichen Mängel und Probleme am restlichen Airport abgearbeitet werden. Für den 25. Oktober ist die nächste BER-Aufsichtsratssitzung terminiert. Möglicherweise soll im Anschluss ein Eröffnungstermin genannt werden.

Von: airliners.de mit FBB, AFP, dpa

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