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Zug und Flug sollen stärker miteinander verknüpft werden © Deutsche Bahn/BDL

Die Deutsche Bahn und die Luftverkehrswirtschaft wollen gemeinsam die Schiene als Ersatz für innerdeutsche Flüge stärken. Als großes Ziel soll gut ein Fünftel der innerdeutschen Fluggäste, oder zehn Prozent aller Fluggäste, auf die Schiene gebracht werden. Dabei geht es sowohl um den Originärverkehr, bei dem Start und Ziel in Deutschland liegen, als auch um dem Ab- und Zubringerverkehr zu den Hubs Frankfurt und München.

Den Umsteigeverkehr auf die Schiene zu bringen ist traditionell sehr schwer. Viele Fluggäste ziehen Serviceoptionen vor, wie etwa eine Anschlussgarantie, das Durchchecken von Gepäck oder auch die Möglichkeit, alles über ein Ticket zu buchen. Das Angebot ist diesbezüglich, vor allem im Bezug auf das Gepäck, bisher nicht ideal. Zudem funktioniert das nicht mit allen Fluggesellschaften gleich gut. Doch das soll sich nun in allen vier Gebieten ändern.

Internationale Flug-Bahn-Kombitickets ohne Vorkaufsfrist

Ein wichtiger Punkt wird etwa das kurzfristige Buchen sein. Die Deutsche Bahn kündigte in der Pressekonferenz zum zehn Seiten umfassenden Aktionsplan (PDF) an, dass Angebote wie Lufthansa Express Rail künftig noch kurz vor der Abfahrt über verschiedene Vertriebskanäle buchbar sein sollen. Derzeit gibt es laut Berthold Huber, Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, teilweise noch Vorkaufsfristen.

Als Beispiel nannte Huber die kommende Verbindung Bremen über Hamburg nach New York. Eine Buchung bis kurz vor der Abreise soll möglich werden. Außerdem wird die Deutsche Bahn flexibler Kontingente zuweisen können und die Preise verändern können.

Auch andere Fluggesellschaften sollen Anschlussgarantien per Zug anbieten

Explizit will sich die Bahn mit dem Angebot inklusive Anschlussgarantie auch für andere Fluggesellschaften öffnen. Potenzielle Kandidaten wären etwa Rail-und-Fly-Partner. Mit einem Rail-und-Fly-Ticket liegt das Risiko beim Fluggast. Das Express-Rail-Angebot würde damit auch für Fluggäste anderer Fluggesellschaften abseits der Lufthansa Gruppe attraktiv werden.

Verbesserungen beim Gepäckservice zunächst in Frankfurt am Main

Ein wichtiges Thema im Aktionsplan ist auch das Gepäck. Der BDL und DB sind sich sehr bewusst, dass die Handhabung von Gepäck ein wichtiges Thema ist, um Fluggäste zum Zug zu locken. Dass das nicht so einfach ist, zeigen die ersten, für den Frankfurter Flughafen geplanten Schritte. Frankfurt soll zum Vorreiter werden, da alle drei Partner hier sehr dicht agieren.

Angedacht sind etwa besondere Privilegien für Fluggäste, die mit einem Bahn-Kombi-Ticket kommen. So sollen diese Fluggäste ihr Gepäck am Airrail-Terminal kurz hinter dem Bahnhof mit Priorität an einer Fast-Lane abgeben können. Es wird sogar darüber nachgedacht, auch den Zugang durch die Security so zu beschleunigen.

Noch offen ist, ob die Zeiten wiederkommen, in denen die Fluggäste ihr Gepäck bereits am Bahnhof einchecken konnten. Das war früher einmal möglich. Laut Deutsche Bahn überlegt man noch, ob und wie Gepäck entsprechend separiert transportiert werden kann. Bisher ist das Angebot hier schlecht. Selbst der recht teure Gepäckservice der Deutschen Bahn kann nicht an Flughäfen liefern.

Mehr Verbindungen mit Anschlussgarantie und Sprinter zu Flughafenwellen

Schon länger bekannt ist die erweiterte Kooperation zwischen der Deutschen Bahn bei möglichen Lufthansa-Express-Zielen. In wenigen Monaten kommen Hamburg und München als Zubringer mit Anschlussgarantie zum Flughafen Frankfurt. Zum Fahrplanwechsel im Dezember folgen dann Berlin, Bremen und Münster. Damit wären die drei größten deutschen Städte ohne Zubringerflug erreichbar, für die viertgrößte Stadt Köln besteht bereits ein dichter ICE-Takt. Dank der Öffnung könnten auch andere Fluggesellschaften, die ab Frankfurt operieren, entsprechende Angebote feilbieten. Alle Teilnehmer erhoffen sich, dass die Zubringerflüge damit zumindest ausgedünnt werden können.

Gerade für diese Verbindungen wird es zwei neue Sprinter-Linien geben sowie eine Sprinterbeschleunigung. Dies geschieht zum Fahrplanwechsel im Dezember. Die bestehende Verbindung Hamburg, Hannover, Frankfurt wird nur marginal optimiert. Zehn Minuten früher kommt der Zug in Zukunft an. Das soll aber genug sein, um zu einem besseren Zubringerzeitpunkt am Flughafen anzukommen.

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Neu hinzu kommt ein Sprinter von München über Nürnberg nach Frankfurt, weiter nach Köln und Düsseldorf. Dieser Zug soll München und Frankfurt in unter drei Stunden verbinden. Eine Beschleunigung um 30 Minuten. Auch diese Sprinterverbindung soll sich gut für Umsteiger eignen und das Potenzial haben, den Flugplan zwischen München und Frankfurt auszudünnen.

Die dritte Verbindung ist eigentlich keine Zubringerverbindung. Köln und Bonn bekommen eine Sprinterverbindung nach Berlin. Das ist eher ein Angebot als Reaktion auf den Rückzug der Low Cost Carrier auf der Relation. Die Fahrzeit wird mit vier Stunden angegeben

Viele Fluggäste sollen wechseln

Mit den neuen Angeboten, sowohl bei Service als auch direkten Verbindungen, sollen gut 4,3 Millionen Fluggäste pro Jahr vom Flug zum Zug gelockt werden. Normalerweise fliegen innerdeutsch zwischen 22 und 24 Millionen Fluggäste. Die Zahlen basieren natürlich auf Erhebungen vor der Pandemie. Der innerdeutsche Verkehr war bisher recht stabil. Es sind die Verbindungen ins Ausland, die für Wachstum sorgten.

Die Kohlendioxid-Emissionen des innerdeutschen Flugverkehrs sollen durch die Maßnahmen um ein Sechstel sinken. Wann dieses Ziel erreicht wird, ist aber noch nicht bekannt. Das Angebot wird langsam erweitert. Dazu gehören auch lange geplante Infrastrukturverbesserungen im Rahmen des Deutschlandtakts oder auch bei internationalen Verbindungen. Gerade diese werden bis in die späten 2020er-Jahre reichen oder vielleicht darüber hinaus. Langfristig soll nämlich auch der Kurzstreckenverkehr ins Ausland verlagert werden. Als Beispiel wurde die Fehmarmbelt-Querung genannt, die die Reisezeit zwischen Hamburg und Kopenhagen auf unter drei Stunden drücken soll.