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Andreas Gruber (Mitte) flankiert von Lauda-Motion-Flugbegleitern. © Lauda Motion

Verpatzter Neustart: Fast jeder dritte Flug von Lauda Motion am ersten Juniwochenende wird im Nachgang nach airliners.de-Berechnungen noch einmal teuer für die Airline. Hinzu kommen viele verärgerte Fluggäste. Das weiß auch Andreas Gruber - nach CEO Niki Lauda die Nummer zwei des österreichischen Ferienfliegers. Im Interview mit airliners.de stellt er klar: Den Start haben wir verpatzt, jetzt sind wir für jede Herausforderung gut aufgestellt.

airliners.de: Herr Gruber, die Lauda-Motion-Flotte ist seit Juni um die Maschinen ergänzt, die bislang im Wet-Lease für Eurowings flogen, und auch Ryanair-Flugzeuge heben nun unter "OE"-Code ab. Doch an den ersten Tagen hat es gehakt …
Andreas Gruber: Trotz aller getroffener Maßnahmen, den Start reibungslos zu gestalten, kam es aufgrund einiger unvorhersehbarer wetterbedingter Diversions am Vorabend, technischer Probleme mit unserem Check-In-System sowie Technicals zu einigen Verspätungen und notwendigen Streichungen am ersten Wochenende.

© AirTeamImages.com, Dirk GrotheLesen Sie auch: Teures Wochenende für Lauda Motion

Klingt, als wenn dies aus Ihrer Sicht erwartbare Kinderkrankheiten waren und alles nicht so schlimm war?
Nein, dies entspricht natürlich nicht unseren Vorstellungen und eigenen Ansprüchen, weshalb wir unverzüglich mit allen operativen Bereichen und dem Management versucht haben, die On-Time-Performance unserer Flotte zu verbessern und die Passagiere auf den Airports über die Verspätungen und Streichungen zu informieren. Leider gestaltete sich die Situation auch aufgrund des mangelnden Supports unter anderem unserer Handling Agenten als sehr schwierig. Unsere Passagiere wurden zum Teil unzureichend informiert und unsere Crews waren vor Ort gefordert, die emotional aufgebrachten Passagiere an ihren Zielort zu bringen und trotz der Umstände bestmöglich zu versorgen.

Hakte es auch, weil die Umstellung vom Condor- aufs Ryanair-System noch nicht abgeschlossen war?
Das ist verhangenen Mittwoch geschehen. Ein weiterer Schritt Richtung Eigenständigkeit und Verbesserung der Ops-Performance. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch sind die aktuellen Aufgaben des Operation Control Center (OCC) final von Condor an uns übergeben sowie die lang ersehnte Systemmigration von Netline auf AIMS erfolgreich durchgeführt. Der Datentransfer verlief ohne Probleme. Alle Crews waren auf den richtigen Lauda-Motion-Flugzeugen und die Cockpitcrews wurden sofort mit allen notwendigen Flugplänen (OFPs) für die gesamte Rotation ausgestattet.

Und dann war alles gut?
95 Prozent aller Erstabflüge sind an diesem "Cutover"-Tag pünktlich in den Tag gestartet. Einzig eine Boeing 737 hatte mit technischen Problemen zu kämpfen, weshalb unser Partner Ryanair ein Ersatz-Flugzeug bereitgestellt hat. Die Operation läuft seitdem reibungslos und bestätigt unseren eingeschlagenen Weg. Nichtsdestotrotz arbeitet das gesamte Team aber weiterhin mit Hochdruck daran, unsere Prozesse am Boden sowie beispielsweise in unserer Crew-Planung weiter zu verbessern, um für den Sommer entsprechend und bestmöglich gerüstet zu sein - denn dort muss jede Schraube passen, Fehler können wir uns nicht erlauben.

Zur Person

Andreas Gruber ist neben Niki Lauda Managing Director von Lauda Motion. Während des Studiums (Tourismusmanagement) arbeitete er am Flughafen Wien. Danach war er unter anderem bei Niki und ab 2012 bei Air Berlin tätig. Ein Jahr später ging er erneut als Verantwortlicher für die Netzplanung zurück zum österreichischen Ferienflieger.

Eine entscheidende Stellschraube war das OCC?
Definitiv. Ich bin überzeugt, dass wir durch die Umstellung besser für die kommenden Herausforderungen aufgestellt sind und unseren Passagieren ein verlässliches Service gepaart mit einem einmaligen Preis-/Leistungsverhältnis anbieten. Beispielsweise können wir bei den angekündigten Fluglotsen-Streiks in Frankreich und Italien besser agieren.

Herr Gruber, vielen Dank für das kurze Gespräch.

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