airliners.de Logo
Lufticherheitspersonal mit Warnstreiks an mehreren Flughäfen, © dpa - Bildfunk/Ralf Hirschberger
Verdi hat einen Streik angekündigt. © dpa - Bildfunk / Ralf Hirschberger
{ "@context": "https://schema.org", "@type": "ImageObject", "url": "https://img.airliners.de/2017/03/9dc00eab9e_3550c4d198690ce67ab0d56119a82e66__wide__970", "copyrightHolder": {"@type": "Person", "name": "© dpa - Bildfunk/ Ralf Hirschberger"} }

Aktualisierungsverlauf / Zusammenfassung anzeigen

Jetzt airliners+ testen

Sie haben schon einen Zugang? Hier anmelden

Die Gewerkschaft Verdi weitet die Warnstreiks an den Passagierkontrollen deutscher Flughäfen aus. Am Dienstag soll der größte Flughafen in Frankfurt zusammen mit Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden bestreikt werden.

Schon am Montag konnten nach Branchenangaben Zehntausende nicht fliegen, weil Passagier-, Personal- und Frachtkontrollen bestreikt wurden. Betroffen waren seit dem frühen Morgen Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn, Hannover, Hamburg, Leipzig/Halle und Bremen. Die Gewerkschaft ging davon aus, dass sich bundesweit etwa 1350 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligen. In der Folge kam es auch an anderen Flughäfen zu Ausfällen.

Die Beschäftigten wollen damit im laufenden Tarifstreit ihren Forderungen nach höheren Löhnen für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen Nachdruck verleihen. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass sich bundesweit etwa 1350 Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligen.

Ab Mittag dehnte die Gewerkschaft ihren Warnstreikaufruf auf München aus. Die Aktion in der bayerischen Landeshauptstadt soll erst am Dienstag um 24:00 Uhr enden. In München sind laut Verdi die Frachtkontrolle sowie die Personal- und Warenkontrolle betroffen. Nicht betroffen sind jedoch die Passagierkontrollen, weil diese Mitarbeiter dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst unterliegen. Die Auswirkungen des Warnstreiks waren aber schon am Montag spürbar: Je 20 Starts und Landungen wurden in München wegen Streiks auf anderen Flughäfen annulliert, wie die Flughafengesellschaft am Mittag mitteilte.

Arbeitgeber kritisieren kurzfristige Ausstände

Verdi will einen Vertrag für zwölf Monate und darin die Stundenlöhne um mindestens einen Euro erhöhen. Die Gehälter der Gepäck- und Personalkontrolleure sollen das Niveau der Beschäftigten bei der Passagierkontrolle erreichen, Beschäftigte in der Flugzeugbewachung und der Bordkartenkontrolle bundesweit einheitlich bezahlt werden.

Der Arbeitgeberverband BDLS kritisierte die Forderungen von Verdi als "utopisch". Die Gewerkschaft habe für die Luftsicherheitskräfte Forderungen von bis zu 40 Prozent Erhöhung aufgestellt, beharre seit Beginn der Tarifrunde auf diesen und verweigere sich in nunmehr drei Tarifrundenden ernsthaften Verhandlungen. "Verdi vertritt unter anderem und unabhängig aller Gespräche und Angebote weiter die utopische Haltung, den höchsten Lohn in der Luftsicherheit noch einmal anzuheben und dann andere Lohngruppen an diesen Lohn anzugleichen. Jedem dürfte klar sein, dass dies nicht darstellbar ist und keine jeder Grundlage für eine Verhandlung entbehrt“, erklärt BDLS-Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser.

ADV: "Horrorszenario für die Fluggäste"

"Die kurzfristig angesetzten Arbeitskampfmaßnahmen bedeuten ein Horrorszenario für die Fluggäste, die keine Möglichkeit haben, sich auf die Flugausfälle einzustellen", kritisierte Ralph Beisel, der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen ADV. Er verwies zugleich auf die hohen Verluste, die die Flughäfen in der Corona-Krise erwirtschaften.

Der Verband kritisierte den Streikaufruf als "nicht verhältnismäßig". "Wir appellieren an die Tarifpartner, zu den strittigen Punkten eine Übereinkunft am Verhandlungstisch zu suchen", sagte Beisel.

Der Frankfurter Betreiber Fraport bat sämtliche Gäste, die in Frankfurt zusteigen wollten, nicht zum Flughafen anzureisen. Es werde während der gesamten Streikdauer keine Möglichkeit geben, den geplanten Flug zu erreichen. Bei den Transitprozessen mit umsteigenden Passagieren rechne man mit Verzögerungen. Man habe kein Verständnis für einen derart umfassenden Streik, der auf dem Rücken der Passagiere ausgetragen werde, sagte ein Unternehmenssprecher. Für Dienstag seien 770 Flugbewegungen geplant gewesen.

Flugausfälle an den bestreikten Flughäfen

Seit den frühen Morgenstunden haben nach Angaben der Gewerkschaft die Sicherheitskräfte an den Flughäfen Düsseldorf, Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig die Arbeit niedergelegt.

Bereits am Morgen hatte der Warnstreik zu zahlreichen Flugausfällen am Hauptstadtflughafen BER geführt. Personal der Sicherheitskontrollen für die Passagiere und der Zutrittskontrollen für Mitarbeiter hatte am frühen Morgen die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben eines Flughafensprechers wurden zwei Drittel der Abflüge gestrichen. Im Terminal bildeten sich Warteschlangen.

Laut Gewerkschaft Verdi beteiligten sich in der Frühschicht etwa 220 Kolleginnen und Kollegen an dem Warnstreik. "Wir sind begeistert von der Beteiligung", sagte Verdi-Vertreter Helge Biering. Der Warnstreik sei für den ganzen Tag geplant.

Die Mitarbeiter der Nachtschicht am Flughafen Köln-Bonn sind am 14. März 2022 komplett in Streik getreten., © dpa/Özay Tarim/Verdi
Die Mitarbeiter der Nachtschicht am Flughafen Köln-Bonn sind am 14. März 2022 komplett in Streik getreten. © dpa / Özay Tarim/Verdi
{ "@context": "https://schema.org", "@type": "ImageObject", "url": "https://img.airliners.de/2022/03/5fa8dc000442b374-QDsguS__wide__824", "copyrightHolder": {"@type": "Person", "name": "© dpa/ Özay Tarim/Verdi"} }

In Düsseldorf seien bereits rund 160 der ursprünglich geplanten rund 290 Flüge abgesagt worden, teilte der Airport am Morgen mit. Am Flughafen Köln/Bonn wurden nach Angaben des Airports 94 der geplanten 136 Ankünfte und Abflüge gestrichen. "Über den Tag finden nur zehn Abflüge statt", teilte der Flughafen mit.

Die Flughäfen riefen Passagiere dazu auf, sich bereits vor der Anreise bei den Airlines darüber zu informieren, ob ihr Flug abgesagt wurde. "Auch wenn Ihr Flug stattfindet, sind erhebliche Verzögerungen bei der Passagierkontrolle zu erwarten", betonte der Düsseldorfer Airport und rief dazu auf, das Handgepäck auf ein Minimum zu reduzieren, um die Kontrollen zu beschleunigen.

Wie der Gewerkschaftssprecher in Leipzig mitteilte, haben seit dem vergangenen Abend bereits 30 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Auswirkungen zeigen sich in Verzögerungen bei der Personen- und Warenkontrolle. Ein Sprecher des Flughafens sagte, dass bis zu acht Flüge möglicherweise von dem Streik betroffen sein könnten. Ein verstärkter Einsatz von Beamten der Bundespolizei soll die Ausfälle in der Personenkontrolle ausgleichen.

Auch an den Flughäfen in Hannover und Bremen fielen am Montag zahlreiche Flüge aus. Wie am Morgen aus den Online-Abflugplänen hervorging, wurden in Hannover 15 von 27 und in Bremen vier von 13 Abflügen gestrichen

Tarifstreit zieht sich

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verhandelt bundesweit für die etwa 25.000 Beschäftigten der Branche mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) über mehr Geld. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Lohnerhöhung von mindestens einem Euro pro Stunde bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Zudem will sie erreichen, dass regional unterschiedliche Löhne "auf das höchste Entgeltniveau" angeglichen werden.

Bereits Ende Februar hatte es nach zwei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis an einzelnen Flughäfen Warnstreiks gegeben. Anfang März hatte die dritte Runde ebenfalls kein Ergebnis gebracht. Verdi bezeichnet das Angebot der Arbeitgeberseite als "unzureichend".

Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen hatte nach den Gesprächen von Annäherungen gesprochen, die Vorstellungen lägen aber noch weit auseinander. In den vergangenen Wochen hatte es an mehreren Flughäfen Warnstreiks gegeben. Beide Seiten wollen sich am 16. und 17. März in Berlin zu weiteren Verhandlungen treffen.

Verlinkungen anzeigen

Hier finden Abonnenten Links zu Quellen und weiterführenden Informationen. Jetzt airliners+ testen

Sie haben schon einen Zugang? Hier anmelden
Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

GOODVICE

Aviation, Transportation & Litigation.

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen e.V.

Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Zum Firmenprofil

German Airways

Your partner for aviation mobility.

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

ARTS

Extending Your Success

Zum Firmenprofil

SFT Schule für Wirtschaft und Tourismus Berlin GmbH

Ihre Reise zu neuen beruflichen Zielen!

Zum Firmenprofil

Angebote und Dienstleistungen aus dem airliners.de-Firmenfinder
EWIS – ZG 1 und 2 - Multimedia Based Training TRAINICO GmbH - The EWIS Training is a web-based training solution, based on EASA AMC 20-22 and FAA AC120-94. Mehr Informationen
GSE simple and smart
GSE simple and smart HiSERV GmbH - Rental Solutions, Services, Management. HiSERV verbessert seit 2017 den Vermietungsmarkt für Ground Support Equipment (GSE) durch überlegene Qualität,... Mehr Informationen
DigiNet.Air
DigiNet.Air Hamburg Aviation - DIGITALISIERUNG MITGESTALTEN - So wie die Digitalisierung den Luftverkehr bereits grundlegend gewandelt hat, verändert sich auch die Industrie: Vernet... Mehr Informationen
Mini-Originals - Remove Before Flight - 3 Stück
Mini-Originals - Remove Before Flight - 3 Stück RBF-Originals.de - **3 Mini-Originals-Anhänger aus sehr widerstandsfähigem, mit Nylon-Faser verstärktem Spezial-PVC.** Das Schmutz, Sonne und Wasser abweisende Material... Mehr Informationen
The only German-wide FBO network
The only German-wide FBO network GAS German Aviation Service GmbH - GAS German Aviation Service provides services at all German airports. If you can’t find an airport in the list below, please contact our headquarters... Mehr Informationen
Fatigue Risk Management Schulung Aviation Quality Services GmbH - Durch die Integration eines FRMS in ein SMS können relevante Risiken im Umgang mit Müdigkeit im Flug- und Planungsdienst bewertet werden. Lernen Sie v... Mehr Informationen
Tourismuskaufmann/frau (für Privat- und Geschäftsreisen) IHK - Umschulung
Tourismuskaufmann/frau (für Privat- und Geschäftsreisen) IHK - Umschulung SFT Schule für Wirtschaft und Tourismus Berlin GmbH - Die Umschulung richtet sich an alle, die einen neuen Beruf erlernen wollen und in der Tourismusbranche arbeiten möchten. Mehr Informationen
Ready for Onboarding?
Ready for Onboarding? AHS Aviation Handling Services GmbH - Die AHS ist eines der führenden Abfertigungsunternehmen in Deutschland. Wir bieten abwechslungsreiche und spannende Tätigkeiten mit internationalem Fl... Mehr Informationen