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Klare Ansagen: Professor Karl Born kommentiert die aktuellsten Entwicklungen der Luftverkehrsbranche. © airliners.de, Karl Born

Pilot für mysteriöse Flüge von Las Vegas zur geheimnisvollen Area 51 gesucht; Regierungsterminal am BER ist fertig, wird bewacht, aber niemand fliegt; Carsten Spohr bekennt: "Was wir derzeit bieten, hat nicht Fünf-Sterne-Niveau."

Was ist los? Science-Fiction-Alarm oder nicht bewältigte Vergangenheit, Albträume oder nicht lösbare Widersprüche?

Mit folgender Meldung fing meine leichte Nachrichtenverwirrung an: Eine amerikanische Airline, die es offiziell nicht gibt, die aber täglich mit Flugzeugen vom Typ 737-600 von einem Terminal in Las Vegas fliegt, das offiziell nicht existiert, aber militärisch bewacht wird, sucht Piloten.

Sie müssen mindestens 3000 Flugstunden Erfahrung und einen gültigen Führerschein haben und müssen geeignet sein für die Sicherheitsfreigabe der höchsten Geheimhaltungsstufe. Ziel der täglichen Flüge sei angeblich das berüchtigte militärische Sperrgebiet Area 51, Gerüchteheimat von Ufos und Aliens und deshalb streng geheim. Wow, was für ein Job.

Regierungs-Aliens warten auf Airport-Eröffnung

Im Widerspruch dazu das neu erbaute Regierungsterminal am BER. Es sei angeblich fertig, wird aber nicht benutzt. Warum, das wissen allein unsere Regierungs-Aliens. Man wolle erst von da fliegen, wenn auch der BER fertig sei. Es darf gelacht werden, und das nicht nur heimlich.

Auch dieses Terminal wird, obwohl niemand fliegt, ab sofort militärisch bewacht, denn im Gebäude wurde neueste Sicherheitstechnik verbaut. Also wird hier demnächst kein Pilot gesucht, aber Security. Geheimhaltungsstufe noch offen.

Offen auch, ab wann die Regierung die vereinbarte Monatsmiete von 350.000 Euro an den BER zahlt. Angeblich erst, wenn der BER fertig ist. Das ist überhaupt nicht lustig, da ist am BER endlich mal etwas fertig und trotzdem gibt es keine Einnahmen. Es bleibt in erster Linie bei den Parkgebühren für abgestellte VW-Fahrzeuge. Da sind Alien-Verschwörungen direkt langweilig dagegen.

Astronauten-Kost und Fresspakete

Raumfahrtbegeisterte können sich freuen: Lufthansa bietet ihren Business-Gästen die Möglichkeit, das Leben im All zu genießen, zumindest kulinarisch. Ihnen wird das Essen serviert, das Alexander Gerst und seine Crew an Bord der ISS als Highlight bekommen, nämlich Poularden-Ragout mit Pilzen.

Während diese Meldung noch einen Hauch von Science Fiction ausstrahlt, ist diese hier genau das Gegenteil: Ab September erhalten Passagiere mit Zugang zur Lufthansa-Lounge, wenn sie den Besuch dort zeitlich nicht schaffen, am Abfluggate alternativ das gute alte Fresspaket. Ich dachte zwar immer, der entspannte Aufenthalt in der Lounge sei das besondere und nicht das Essen, aber falsch gedacht.

Natürlich heißt dieses Fresspaket nicht Fresspaket, sondern "Delights to go". Und schon sind wir von der Vergangenheit wieder in der Zukunft, zumindest sprachlich. Und um die Ecke lauert der Preis "Sprachpanscher des Jahres".

Spohr sucht die Balance

Gegenwart oder Science-Fiction oder nur ein schlechter Albtraum? Da soll doch Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei einer Veranstaltung gesagt haben: "Was wir derzeit aus Kundensicht bieten, hat nicht Fünf-Sterne-Niveau." Und jetzt kommt der Science-Fiction-Teil: "Ziel der Lufthansa-Airlines" - man beachte den Plural - müsse es sein, "die richtige Balance zwischen den Wünschen von Aktionären, Mitarbeitern und Kunden zu finden". Auch alltäglich Selbstverständliches richtig vorgetragen kann den Charakter einer Sensation haben.

Jetzt fehlt nur noch die Nachricht, unser Verkehrsminister Scheuer wolle sich demnächst auch mal um den Luftverkehr kümmern. Was, die Nachricht ist schon da? Am 5. Oktober wolle er in HAM den Luftverkehrsbossen die Leviten lesen? Also, ab jetzt halte ich alles für möglich, mit oder ohne Aliens.

Über den Autor

In seiner Reihe "Die Born-Ansage" veröffentlicht der ehemalige Condor-Vertriebschef, Tui-Vorstand und Touristik-Honorarprofessor Karl Born auf airliners.de Kolumnen zum aktuellen Geschehen in der Luftverkehrswirtschaft.

Professor Karl BornAls Redner auf Führungskräfte- und Verbandstagungen ist Karl Born in der ganzen Welt unterwegs. Als "Querdenker der Reisebranche" für seine "Bissigen Bemerkungen" ausgezeichnet, nimmt der ehemalige Airline- und Touristikmanager auch in Sachen Luftverkehr kein Blatt vor den Mund. Kontakt

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