airliners.de Logo

Erste Staatshilfen für Lufthansa: Schweiz vergibt Milliarden-Garantie an Swiss

In Deutschland, Österreich und Belgien wird weiter hart um Staatshilfen für die Lufthansa Group verhandelt, in der Schweiz steht jetzt eine Vereinbarung. Der Staat garantiert für Corona-Kredite an an Swiss und Edelweiss im Umfang von über einer Milliarde Euro.

Schweiz, Zürich: Bänder mit der Aufschrift "Remove Before Flight" sind an einem Flugzeug der Schweizer Fluggesellschaft Swiss befestigt. © dpa / Ennio Leanza/KEYSTONE

Nach stockenden Verhandlungen in Berlin hat der Lufthansa-Konzern in der Schweiz staatliche Hilfen erreicht. Die Tochtergesellschaften Swiss und Edelweiss sollen über ein Bankenkonsortium Kredite über 1,5 Milliarden Franken (1,4 Milliarden Euro) erhalten, von denen 85 Prozent durch den Bund garantiert werden.

Die Mittel dürften nur den schweizerischen Infrastrukturen dienen und nicht an die Mutter im Ausland abfließen, betonte die Regierung am Mittwoch nach der Entscheidung in Bern. Dazu steht aber noch eine positive Entscheidung des Schweizer Parlaments aus.

Eine Kapitalbeteiligung am Konzern ist in der Schweiz nicht geplant. Auch flugnahe Betriebe an den Landesflughäfen sollen bei Bedarf Unterstützung erhalten - bis zu 600 Millionen Franken. Dividenden oder konzerninterne Transfers sind verboten, bis die Darlehen vollständig getilgt sind.

Die Lufthansa stimmte der Finanzierung laut einer Pflichtmitteilung an die Börse umgehend zu. Damit scheint die Einigung in der Schweiz weit einfacher als mit den anderen Ländern, in denen die Lufthansa Group Fluggesellschaften betreibt. Man befinde sich weiterhin in intensiven Verhandlungen mit den Regierungen von Belgien, Österreich und Deutschland, hieß es.

© Austrian Airlines, Lesen Sie auch: Austrian Airlines beantragt Staatshilfen

Neben Bürgschaften, Krediten und stillen Beteiligungen wird auch über direkte Staatsbeteiligungen diskutiert. Der Lufthansa-Vorstand wehrt sich aber gegen zu viel an staatlichem Einfluss und denkt nicht nur für Austrian, sondern auch für sich selbst laut über eine mögliche Insolvenz als Alternative nach.

Die Lufthansa Group kann sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten. Diese Einschätzung veröffentlichte der Dax-Konzern, nachdem er für das erste Quartal einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro vermeldet hatte. Belastend sind zudem Zinsen und ungünstige Kerosin-Verträge, die noch von einem viel höheren Ölpreis ausgegangen waren als dem aktuellen.

Von: dk, dh, dpa

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Politik Lufthansa Group Wirtschaft Swiss Edelweiss Corona-Virus