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Der Flughafen in Schönefeld, aufgenommen am 6. Juni 2015. © dpa / Bernd Settnik

Die vorübergehende Schließung des alten Terminals in Schönefeld könnte auch das endgültige Aus für den früheren DDR-Zentralflughafen bedeuten. "Ich kann nichts ausschließen. Wir halten uns alle Optionen offen", antwortete Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup auf eine entsprechende Frage.

Weil kaum Menschen fliegen, soll das Terminal ab dem 23. Februar geschlossen werden. Passagiere werden dann in Schönefeld nur noch im Terminal 1 des neuen Hauptstadtflughafens BER abgefertigt. "Durch die Schließung sparen wir 25 Millionen Euro im Jahr", sagte Lütke Daldrup.

Am Jahresende solle geprüft werden, ob das Terminal wieder gebraucht wird. Je schneller sich der Luftverkehr von der Corona-Krise erhole, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, dass das alte Terminal wieder ans Netz geht. "Dazu bräuchten wir aber deutlich mehr als 20 Millionen Passagiere pro Jahr", sagte der Geschäftsführer. In diesem Jahr rechne er mit etwa zehn Millionen.

"Bekommen Einnahmeausfälle ohne Hilfe nicht in den Griff"

Vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum BER im Berliner Abgeordnetenhaus hat sich Lütke Daldrup zudem erneut für eine Teilentschuldung für die Berliner Flughafengesellschaft FBB seitens der Gesellschafter ausgesprochen. "Die riesigen coronabedingten Einnahmeausfälle bekommen wir nicht ohne Hilfen in den Griff". Allein aus eigener Kraft sei weder in noch nach der Pandemie ein positives Betriebsergebnis zu erreichen. "Deshalb werbe ich für eine Teilentschuldung der FBB, damit wir wieder Mitte der 20er Jahre schwarze Zahlen schreiben können."

Kostendeckend könne der Flughafen erst ab einem Passagieraufkommen von rund 20 Millionen pro Jahr betrieben werden, hieß es. zuvor. Im vergangenen Jahr wurden an beiden Berliner Standorten lediglich 9,1 Millionen Fluggäste gezählt, etwa ein Viertel des Niveaus von 2019. Bei der Flughafengesellschaft rechnet man damit, das Vorkrisenniveau erst 2024 oder 2025 wieder zu erreichen.

Lütke Daldrup geht davon aus, dass aufgrund des Einbruchs des Luftverkehrs in der Corona-Krise am Flughafen in der Hauptstadtregion Einbußen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro bis 2025 anfallen. Bereits im vergangenen Jahr steuerten die Gesellschafter - der Bund sowie die beiden Länder Berlin und Brandenburg - deshalb 300 Millionen Euro bei. Rund zwei Drittel davon flossen als Darlehen. Für das laufende Jahr genehmigte der Aufsichtsrat im Oktober die Aufnahme von Gesellschafterdarlehen von bis zu 552 Millionen Euro.

Jeden Tag fehle eine Million Euro an Einnahmen, sagte Lütke Daldrup erneut. Er ließ offen, wie viel Geld sich das Unternehmen von seinen Eigentümern wünscht. In den vergangenen Tagen war in Medien unter Berufung auf Aufsichtsratsunterlagen von mehr als 3,5 Milliarden Euro an Bürgschaften und Eigenkapitalzuführungen die Rede. Lütke Daldrup betonte, dass die Größenordnung einer Teilentschuldung deutlich darunter liege.