Schlichterspruch im Tarifstreit am Flughafen Hamburg

Die Gewerkschaft Verdi und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) haben ihren Tarifstreit beim privaten Sicherheitspersonal am Hamburger Flughafen beigelegt. In der Schlichtung mussten die Arbeitgeber allerdings noch ein bisschen drauflegen.

Passagiere stehen in langen Warteschlangen vor der Sicherheitskontrolle im Flughafen in Hamburg © dpa / Malte Christians

Der monatelange Tarifstreit beim privaten Sicherheitspersonal am Hamburger Flughafen ist beendet. Die Schlichtung sei mit einem einstimmigen Beschluss beendet worden, sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Peter Bremme, am Montagabend. Die rund 600 Beschäftigten bei der Gepäck- und Personenkontrolle sollen ab 1. Mai einen Stundenlohn von 13,20 Euro bekommen, ab 1. April nächsten Jahres 14,00 Euro. Das bedeute eine Lohnsteigerung von insgesamt 18 Prozent.

Das Verhandlungsergebnis von Mitte März hatte eine Anhebung von 15 Prozent vorgesehen. Die Mitglieder der Gewerkschaft hatten dem Abschluss jedoch nicht zugestimmt und eine Schlichtung gefordert.

Eine abschließende Abstimmung der Verdi-Mitglieder über den Schlichterspruch ist nach Bremmes Angaben in Hamburg nicht mehr nötig. Es handelte sich um ein sogenanntes verbindliches Schlichtungsverfahren, bei dem die Beschäftigten vorab beschlossen hatten, das Ergebnis der Kompromisssuche zu akzeptieren.

Die Beschäftigen in Hamburg hatten im Januar und Februar an vier Tagen gestreikt und den Flughafen weitgehend lahmgelegt. Rund 100.000 Passagiere blieben am Boden.

In Nordrhein-Westfalen ist der Arbeitskampf inzwischen ebenfalls beendet. 87 Prozent der Verdi-Mitglieder aus den Streikbetrieben hätten dem Vorschlag des Landesschlichters zugestimmt, teilte ein Verdi-Sprecher am Montag in Düsseldorf mit. Die Arbeitgeber hatten den Schlichterspruch bereits rechtlich verbindlich akzeptiert. Er sieht Lohnerhöhungen für Nordrhein-Westfalen zwischen gut neun und 23 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren vor.

Von: dpa, AFP

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