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EU-Luftfahrt-Treffen: Scheuer unterstützt Verlängerung von Slot-Absicherung

Im Rahmen der deutschen Ratspräsidentschaft veranstaltet Verkehrsminister Scheuer einen "Aviation Summit" mit seinen europäischen Amtskollegen, um über die Krise der Luftfahrt zu beraten. Für die Luftfahrtbranche geht es derzeit um viel, betonte der Minister.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). © andreas-scheuer.de

Die deutsche Luftverkehrswirtschaft hat die Politik aufgefordert, "irreparable Strukturbrüche" in der europäischen Branche infolge der Corona-Pandemie zu verhindern. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Matthias von Randow, sprach sich dafür aus, eine zeitlich begrenzte Aussetzung von Regeln bei den Start- und Landerechten auf EU-Ebene zu verlängern.Die EU hatte im März beschlossen, dass Fluggesellschaften ihre Start- und Landerechte auf europäischen Flughäfen auch ohne ständige Nutzung dieser Slots im Sommerflugplan behalten.

"Das sichert zum einen das System des Luftverkehrs mit seinen Drehkreuzen und Zubringerflügen und vermeidet zum anderen ökonomisch wie ökologisch widersinnige Leerflüge", erklärte von Randow. "Es zeigt sich inzwischen deutlich, dass die Wiederaufnahmephase des Luftverkehrs sehr viel länger anhalten wird, als dies im März des Jahres absehbar war. Um Planungssicherheit zu geben, halten wir es von Seiten der Flughäfen und Fluggesellschaften deswegen für erforderlich, die Regel weiter auszusetzen." Der Verzicht auf die Slot-Regel sollte für die gesamte Dauer des Winterflugplans 2020/2021 verlängert werden.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), der sich am Donnerstag mit EU-Kollegen sowie Spitzenvertretern aus Industrie, Fluggesellschaften, Flughäfen und Flugsicherungen über die nach wie vor angespannte Lage im Luftverkehr beriet, signalisierte Unterstützung für die BDL-Forderung und forderte die EU-Kommission zur Verlängerung auf.

"Es geht um verdammt viel"

Zur schwierigen Lage der Luftfahrt sagte Scheuer nach dem Minitser-Treffen: "Es geht um verdammt viel." Arbeitsplätze müssten gesichert werden. Das System Luftfahrt müsse erhalten werden. Auch mit Blick Richtung Brüssel sagte der Minister, es müsse noch einmal um Hilfen auch für Regionalflughäfen nachgedacht werden. Die Flugzeugbauer hätten zugesagt, nicht bei der Forschung und Entwicklung sauberer und sparsamerer Flugzeuge zu sparen.

© dpa, Paul Zinken Lesen Sie auch: EU setzt Slot-Regeln aus und veröffentlicht neue Regeln für Luftfracht

Scheuer stellte sich außerdem hinter Pläne der Landesgesundheitsminister in Deutschland, Reiserückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus zu testen. Er unterstütze das Vorhaben, sagte Scheuer. "Aber es wird uns alle fordern", sagte der Minister mit Blick etwa auf die nötige Ausstattung an den Flughäfen. Angesichts von Einbrüchen bei den Passagierzahlen gehe) darum, das Vertrauen der Fluggäste zurückzugewinnen.

Jarzombek will einheitliche Hygiene-Regeln und mehr Grün

Der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Thomas Jarzombek (CDU), erwartet von den Mitgliedstaaten "einheitliche europäische Standards, damit es keine Probleme mehr gibt, wenn jemand von einem Land in ein anderes fliegen will". Auch müsse es zu einem Regelwerk für interkontinentale Flüge kommen.

Jarzombek, der selbst nicht an dem Treffen teilgenommen hat, forderte zudem weitergehende Empfehlungen der Ministerrunde, um auf europäischer Ebene Fortschritte zu erzielen. "Es ist sehr wichtig, dass auf europäischer Ebene die grüne Luftfahrt vorangebracht wird", sagte er der Zeitung. "Dazu gehören regulatorisch der 'single european sky' und neue Flugrouten-Verfahren, um unnötige Umwege aufgrund nationaler Egoismen endlich zu beenden. Damit sparen die Fluggesellschaften in der schwierigen Corona-Lage deutlich an Kosten für Kerosin und können schnell ihre Klimawirkung reduzieren."

Die Luftfahrt gehört zu den Branchen, die von den Einschränkungen in der Corona-Krise am härtesten getroffen ist. Die Bundesregierung hatte ein milliardenschweres Rettungspaket für den deutschen Branchenführer Lufthansa beschlossen.

© Fotolia.com, bluedesign Lesen Sie auch: Deutsche EU-Ratspräsidentschaft: Verbände fordern Fluggastrechtereform

Von: dk, dpa, afp

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