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Scherwind mögliche Ursache für Flugzeugunglück in Thailand

Scherwinde haben eventuell zu dem Flugzeugunglück auf Phuket beigetragen, bei dem am Sonntag 89 Menschen starben. Unklar ist jedoch, ob ein Warnsystem für die gefährlichen Fallwinde nicht richtig funktionierte oder die Crew eine Warnung des Towers missachtet hatte. Offensichtlich gab es aber auch Probleme mit dem Wind-Warnsystem auf dem Flughafen von Phuket.

Nach Angaben des stellvertretenden Leiters der Flugüberwachung, Kumtorn Sirikorn, hatten die Fluglotsen den indonesischen Piloten vor einem plötzlichen Windwechsel gewarnt, von dem kurz zuvor eine andere Maschine betroffen gewesen sei. Doch trotz Nachfrage habe er auf einer Landung bestanden.

Offensichtlich gab es aber auch Probleme mit dem Wind-Warnsystem auf dem Flughafen von Phuket. "Wir gehen davon aus, dass das System zum Zeitpunkt des Unglücks nicht richtig arbeitete", sagte der für die Sicherheit zuständige Vertreter der zivilen Flugfahrtbehörde, Vutichai Singhamany, der Nachrichtenagentur AFP. Bei Kontrollen habe sich herausgestellt, dass die Verbindung zwischen dem Warnsystem und dem Tower unterbrochen gewesen sei.

Der Ermittler des Verkehrsministeriums, Chaisawasd Kittipornpaiboon, warnte vor vorschnellen Schlüssen. "Ich kann die Ursache für den Unfall nicht genau benennen. Zurzeit tragen wir immer noch Informationen von verschiedenen Seiten zusammen", sagte er AFP.

Der Scherwind gelte als ein möglicher Auslöser. Laut Chaisawasd sollen die beiden Flugschreiber, die unter anderem den Funkverkehr und die Flugdaten aufzeichnen, im Laufe der Woche zur Auswertung in die USA geschickt werden. Ergebnisse würden in zirka zehn Tagen erwartet.

Die Behörden gehen mittlerweile von einem zweiten deutschen Opfer aus. Wie die Nachrichtenagentur ddp am Mittwoch erfuhr, gibt es allerdings noch keine offizielle Bestätigung der zuständigen Stellen in Thailand, da die Identifizierung der Toten mittels DNA-Analyse noch nicht abgeschlossen sei. Es soll sich bei dem Opfer um eine 28 Jahre alte Frau aus Mainz handeln, die zuletzt offiziell als vermisst galt und deren Name auf der Passagierliste der Unglücksmaschine stand.

Nach Medienberichten ist die Frau die Lebensgefährtin eines ebenfalls bei dem Unglück getöteten 29-jährigen Mannes aus Mainz. Das Paar war den Angaben zufolge gemeinsam in Thailand im Urlaub. Die 28-Jährige soll in der Unglücksmaschine neben ihrem Lebensgefährten gesessen haben. Die Frau ist, ebenso wie ihr Lebensgefährte, an der Universität Mainz eingeschrieben. Sie wollte Lehrerin werden und studierte Englisch und Spanisch, ihr Freund war Student der Geologie und Geowissenschaften. Die MD-82 des Billigfliegers One-Two-Go mit insgesamt 130 Insassen war nach einer Bruchlandung im strömenden Regen auf dem Flughafen der thailändischen Ferieninsel auseinandergebrochen und in Flammen aufgegangen. 41 Menschen überlebten teils schwer verletzt.

Von: AFP, ddp

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