airliners.de Logo

Staatsvertrag gefordert Salzburg: Fluglärmklage angedroht

Die Bewohner des oberbayerischen Freilassing fühlen sich von den An- und Abflügen des nahen Flughafens Salzburg gestört. Der Weg vor die Gerichte schreckt sie nicht ab.

Eine Boeing 747 der Transaero landet am Flughafen Salzburg © dpa / Michael Hudelist

Mit Klagen auf deutscher und österreichischer Seite wollen Anwohner des Salzburger Flughafens ihre Forderung nach weniger Flugbewegungen durchsetzen. Rund 60.000 Starts und Landungen zählte der Airport am Stadtrand vergangenes Jahr. 1,7 Millionen Passagiere wurden abgefertigt.

Auslöser für den Kampf gegen den Fluglärm ist der Winterflugplan. «An 14 Winter-Samstagen haben wir hier das volle Programm, bis zu 260 Starts und Landungen müssen wir dann aushalten», klagt Astrid Rössler, Vorsitzende der Salzburger Protestbewegung. Die Verdopplung der Charterflüge im Winter von 2000 bis 2008 ist auch in Freilassing nicht zu überhören. Die oberbayerische Grenzstadt wird bei Landungen auf dem Airport zwischen 6.00 Uhr und 23.00 Uhr überflogen.

Neue Anflugrouten aus dem Süden sollen die Bewohner von Freilassing zwar entlasten. Die Routen sind aber freiwillig. Zudem müssen die Piloten entsprechend geschult und die Maschinen technisch nachgerüstet sein. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte sich mit seiner österreichischen Amtskollegin Doris Bures (SPÖ) auf diese Alternative verständigt. Er hatte auch mit einer Flugbeschränkung für das deutsche Hoheitsgebiet gedroht.

Diese Beschränkung wollen jetzt die rund 600 Mitglieder der Schutzgemeinschaft Rupertiwinkel auf bayerischer Seite durchsetzen - und notfalls gerichtlich erzwingen. Mit der Verordnung soll das Überfliegen von Freilassing reglementiert werden.

Als Vorbild dient ein Anfang September geschlossener Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz, der den Anflug über deutsches Gebiet mit dem Ziel Zürich regelt. «Darin ist zum Beispiel genau festgeschrieben, dass Flugzeuge das deutsche Gebiet an Wochentagen nur zwischen 6.30 Uhr und 18.00 Uhr überfliegen dürfen», sagt Bettina Oestreich als Vorsitzende der Bürgerinitiative.

Auf österreichischer Seite hingegen wollen Gegner der neuen Südroute die Gerichte bemühen. Sie können die Sorgen ihrer bayerischen Nachbarn zwar verstehen, fürchten aber selbst den Fluglärm, gesundheitliche Schäden sowie einen Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke. Astrid Rössler befürchtet zudem eine weitere Kapazitätserweiterung des Flughafens. Ausbaupläne seien nicht vom Tisch, sondern vom Aufsichtsrat des Flughafens nur auf Eis gelegt.

Die Airport-Verantwortlichen bleiben noch gelassen. «Solange keine Klage auf dem Tisch liegt, wird der Flughafen nicht reagieren», sagte Sprecher Alexander Klaus. Er erinnert daran, dass die neue Anflugroute vom Verkehrsministerium in Wien verordnet worden sei. Der Flughafen habe nicht einmal ein Mitspracherecht gehabt.

Von: dpa

Lesen Sie jetzt

Kein "Bayern-Dusel" am BER

Die Born-Ansage (156) Dass es beim Thema Nachtflug keine Verlängerung gibt, musste der FC Bayern am vergangenen Freitag am BER lernen: Kein Abflug nach Katar drei Minuten nach Mitternacht. Unser Kolumnist Karl Born wundert sich über das entrückte Selbstverständnis bestimmter Passagiere.

"Bei der Verteilung der Corona-Hilfen stehen die Dienstleister außen vor"

Interview Nach einem Jahr Corona stehen viele Bodendienstleister vor dem Abgrund. Im Interview spricht Bernd Stomphorst, Vorsitzender der Vereinigung der Dienstleister an Deutschen Flughäfen (VDF), über den Überlebenskampf einer Branche, die bislang trotz laufender Verpflichtungen ohne spezielle Unterstützungen zurechtkommen muss.

Lesen Sie mehr über

Rahmenbedingungen Flughäfen Salzburg Fluglärm