Saarland sagt faire Verhandlung für geplante Flughafengesellschaft zu

Bis Mai wollen Rheinland-Pfalz und das Saarland ein Konzept über eine Airportgesellschaft der Flughäfen Saarbrücken und Zweibrücken vorlegen. Bei der Beteiligung könnte Saarbrücken mehr Gewicht haben.

Eine Chartermaschine der Condor steht vor dem Tower des Flughafens Saarbrücken. © dpa / Werner Baum

Das Saarland hat Rheinland-Pfalz eine faire Verhandlung für die geplante gemeinsame Flughafengesellschaft der verschuldeten Airports Saarbrücken und Zweibrücken zugesagt. Die künftigen Geschäftsanteile von Saarbrücken und Zweibrücken würden zwar von den Zahlen des operativen Geschäfts beeinflusst, sagte der saarländische Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke (SPD) in Saarbrücken. «Das bedeutet in etwa, dass etwas über zwei Drittel der Passagiere transportiert werden ab Saarbrücken, etwa ein Drittel möglicherweise etwas weniger, ab Zweibrücken.» Barke betonte aber: «Wobei man natürlich sicherstellen muss, dass beide Seiten da ihre Einflussmöglichkeiten behalten.»

Rheinland-Pfalz dringt auf eine Betriebsgesellschaft «auf Augenhöhe». Das kann nach Angaben des Saar-Staatssekretärs umgesetzt werden, indem wesentliche Entscheidungen zum Erhalt beider Standorte von einer qualifizierten Mehrheit getroffen werden - unabhängig von den Anteilen. Barke wies Befürchtungen zurück, dass das Saarland den Flughafen Zweibrücken von Saarbrücken aus mitsteuern wollte. «Es war nie definitiv so, dass wir gesagt haben, wir machen das alleine», sagte Barke. «Wir haben ein hohes Interesse daran, dass jeder für seine Infrastruktur alleine verantwortlich bleibt, dass wir aber gemeinsam die Chancen nutzen, die der Markt hergibt.»

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Beide Länder wollen der EU-Kommission bis Mitte Mai ein Konzept für eine gemeinsame Betriebsgesellschaft der Flughäfen vorlegen, die nur 30 Kilometer voneinander entfernt liegen. Sie hatten die Verhandlungen in dieser Woche nach einer Pause wieder aufgenommen. Das Saarland ist besonders stark verschuldet. Eine volle Fusion beider Airports ist für Barke daher vom Tisch. Eine Fusion bedeute immer auch Risiken, sagte er. «Als Haushaltsnotlageland können wir keine Risiken über die hinweg nehmen, die wir ohnehin schon haben. Das haben unsere Partner in Rheinland-Pfalz auch verstanden.»

Der Flughafen Saarbrücken kann nach Ansicht des Staatssekretärs bis 2020 schuldenfrei sein. «Wir sorgen im Grunde genommen dafür, dass wir das operative Fluggeschäft rund um den Flughafen separieren, indem wir nicht betriebsnotwendige Teile, die heute in der Flughafengesellschaft drinstecken, dort herausziehen», sagte Barke. Er betonte aber auch: «Zaubern kann hier kein Mensch.» Die Saar-Landesgesellschaften sollen nach den Plänen der Landesregierung ab 2020 keine Landeszuweisungen mehr erhalten. Auch für den Flughafen Zweibrücken hält Barke es für möglich, dass er spätestens in zehn Jahren aus den roten Zahlen herauskommen kann. Er hoffe das, sagte Barke.

Von: dpa

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