Ryanair verdient mehr, aber ist "pessimistisch"

Jahresbilanz des Billigfliegers: Ryanair steigert den Gewinn auf ein Rekordniveau. Allerdings ist Airline-Chef O'Leary beim Ausblick "pessimistisch" und erwartet ein schwieriges Jahr.

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © dpa / Maurizio Gambarini

Billigflieger Ryanair hat im Geschäftsjahr der ersten Pilotenstreiks ein Rekordergebnis eingefahren. Für die zwölf Monate zum Stichtag 30. März 2018 weist der Billigfluganbieter aus Irland einen Anstieg des Nettogewinns um zehn Prozent auf 1,45 Milliarden Euro aus. Der Umsatz legte ebenfalls zu - um acht Prozent auf 6,65 Milliarden Euro. Die Netto-Marge blieb mit 20 Prozent unverändert.

Profit after Tax
Angaben in Milliarden Euro
2011 0.37
2012 0.56
2013 0.57
2014 0.52
2015 0.87
2016 1.24
2017 1.32
2018 1.45

Quelle: Ryanair

Aufgrund von Personalmangel musste Ryanair im Winter zehntausende Flüge streichen. Die Iren hatten die Urlaubszeiten ihrer Angestellten falsch geregelt. Auch erlebte der Billigflieger im Dezember den ersten Pilotenstreik seiner Geschichte, denn das Cockpit-Personal ist mit den Arbeitsbedingungen unzufrieden.

Hohe Sonderkosten durch Personalchaos

All das hat Folgen: Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbucht Ryanair hierfür rund 261 Millionen Euro Sonderkosten. Und weitere Belastungen drohen. Denn Zugeständnisse an das Personal sollen das Ergebnis in der nächsten Bilanz noch einmal mit 200 Millionen Euro belasten.

Denn: Ryanair erkennt nun erstmals Gewerkschaften an und verhandelt mit diesen über Tarifstrukturen - sowohl für Cockpit als auch Kabine. Nach geltendem Tarifrecht müssen die Verhandlungen in jedem Land einzeln geführt werden - dennoch stimmen sich vor allem die Verbände auf europäischer Ebene fortlaufend ab. Die Gespräche liefen laut Airline-Chef Michael O'Leary "relativ gut".

O'Leary ist pessimistisch

Für das nächste Geschäftsjahr plant O'Leary mit einem Ergebnis "auf der pessimistischen Seite von vorsichtig". Höhere Treibstoff- und Personalkosten würden die Ticketpreise nicht weiter nach unten drücken und gleichzeitig auch das Ergebnis beeinträchtigen. So kalkuliert Ryanair mit insgesamt neun Prozent mehr kosten.

Daher rechnet der Low-Cost-Carrier für die kommende Bilanz nur mit einem Gewinn zwischen 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro. Das wäre für Ryanair der erste Rückgang seit fünf Jahren. Allerdings soll die Zahl der Passagiere auch um sieben Prozent auf rund 139 Millionen steigen.

In den nächsten zwölf Monaten werden wir alle nötigen Kosten aufwenden, um das Geschäft auf 200 Millionen Passagiere wachsen zu lassen.

Ryanair-Chef Michael O'Leary

Aber nicht nur Ryanair werde im laufenden Jahr unter einer Erhöhung des Ölpreises leiden, prognostiziert O'Leary. Er geht davon aus, dass die Konsolidierung am Himmel Europas voranschreite und beispielsweise auch Norwegian vom Markt verschwinde. Für eben jenen Low-Cost-Carrier wird Ryanair Interesse nachgesagt.

© dpa, Herbert Neubauer/APA Lesen Sie auch: Warum Ryanair auf einmal zukauft Analyse

Von: cs

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