Ryanair stampft Wachstumsziele wegen fehlender 737 Max ein

Ryanair plant für den kommenden Sommer mit nur noch mit 30 statt 58 Boeing 737 Max 200. Der Billigflieger muss deswegen sein Wachstum reduzieren und kündigt die Schleißung von Basen an.

Visualisierung einer Boeing 737 Max 8 von Ryanair. © Boeing

Der irische Billigflieger Ryanair reduziert sein Wachstum, weil er wegen des Grounding der Boeing 737 Max nicht genug neue Flugzeuge bekommt. Das teilte Ryanair einem Statement von CEO Michael O’Leary mit. Die Airline geht davon aus, dass sie ab Januar oder Februar die ersten Max übernehmen kann und plant bis Ende Mai 2020 nun mit 30 statt wie bislang 58 Boeing 737 Max 200.

O’Leary sagte, dass die von Ryanair bestellten Boeing 737 Max 200 eine Variante der Max-Baureihe seien, die separat von der US-amerikanischen Flugaufsichtsbehörde FAA und von deren europäischen Pendant EASA zertifiziert werden müsse. "Ryanair erwartet, dass die Max200 innerhalb von zwei Monaten nach Wiederindienststellung der Max für Flüge zugelassen wird", so O’Leary in seinem Statement weiter.

Mit der reduzierten Flugzeug-Anzahl könne statt dem bisher geplanten Wachstum von sieben Prozent nur noch drei Prozent im Sommer 2020 realisiert werden. Im Gesamtjahr von April 2020 bis März 2021 könnten nur 157 Millionen statt 162 Millionen Passagiere befördert werden.

Auch Personal von Kapazitätsreduzierung betroffen

Der Ryanair-Chef sagte, die Airline rechne zwar damit, dass Boeing bis September ein Paket zur Re-Zertifizierung bei den Behörden einreicht. Man halte es aber für angemessen, eine mögliche Verzögerung der Wiederinbetriebnahme der Flugzeuge um einige Monate einzuplanen. Ryanair kann nach Angaben O’Learys pro Monat maximal sechs bis acht Maschinen einflotten, weshalb die Airline mit einem Start der Übernahmen ab Jahresbeginn 2020 nur auf rund 30 Boeing 737 Max für den Sommer kommen würde.

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Durch den Ausfall der Flugzeuge werde Ryanair bereits ab dem Winterflugplan 2019 einige Basen schließen oder Kapazitäten runterfahren müssen, hieß es von O’Leary weiter. Er sagte, dass man eine Serie von Diskussionen mit betroffen Airports sowie den Angestellten und Gewerkschaften starte, um zu entscheiden, an welchen von Ryanairs unterdurchschnittlichen oder verlustmachenden Basen die Einschnitte oder Schließungen ab November 2019 durchgeführt werden.

O’Leary schloss sein Statement mit der Ankündingung, dass Ryanair weiterhin mit Boeing und der Easa zusammenarbeiten werde. Die Verzögerungen bei der Auslieferung im Winter 2020 sollten kompensiert werden, damit das Wachstum im Sommer 2021 wie geplant stattfinden könne.

Die Aktie des Billigfliegers fiel kurz vor Handelsbeginn um rund 1,7 Prozent. Bernstein-Analyst Daniel Roeska kann den Verzögerungen bei der Auslieferung der bestellten Flugzeuge allerdings etwas Positives abgewinnen: "Das dürfte die erwarteten exzessiven Überkapazitäten im nächsten Jahr ein wenig eindämmen", schrieb er in einer ersten Einschätzung am Dienstag. Gerade im europäischen Kurzstreckengeschäft könnte sich das vorteilhaft auf die Erträge auswirken.

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Von: hr mit Material von dpa

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