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Ryanair verhandelt mit Gewerkschaft Verdi, aber nicht mit Ufo

Ryanair erkennt Verdi als gewerkschaftliche Vertretung des Kabinenpersonals an. Mitte Mai sollen die ersten Verhandlungen starten. Bei der konkurrierenden Gewerkschaft Ufo gibt man sich kämpferisch.

Michael O'Leary. © dpa / Stian Lysberg Solum

Ryanair erkennt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) als gewerkschaftliche Vertretung ihrer in Deutschland beschäftigten Flugbegleiter an. Das geht aus einer Meldung der Gewerkschaft hervor. Darin heißt es, dass der Billigflieger der Gewerkschaft ein entsprechendes Angebot vorgelegt habe.

Das erste Treffen zwischen Vertretern von Verdi und Ryanair soll im Mai stattfinden. Bei einem Pressegespräch Mitte März erklärten die Iren noch, erst im kommenden Jahr mit Vertretern des Kabinenpersonals sprechen zu wollen.

"Wir begrüßen diesen ersten Schritt in Richtung Tarifverhandlungen", betont Verdi-Bundesvorstandmitglied Christine Behle. "Eine Reform der Arbeitsbedingungen für die in Deutschland bei Ryanair eingesetzten Kabinenbeschäftigten ist dringend notwendig."

Ufo droht mit Kampfmaßnahmen

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo sieht die Annäherung der beiden Seiten dagegen kritisch: Der Billigflieger wolle konkurrierende Gewerkschaften gegeneinander ausspielen, meint der Ufo-Vorstand für Tarifpolitik und Öffentlichkeitsarbeit Nicoley Baublies im Gespräch mit airliners.de. "Ryanair versucht uns als spezialisierten und wohl auch etwas schwierigeren Gesprächspartner auszugrenzen." Mit der Anerkennung von Verdi würden nur Minimalforderungen abgedeckt.

© dpa, Thomas Frey Lesen Sie auch: Pilotenrevolte führt bei Ryanair zum Umdenken Hintergrund

Anfang April hatte die portugiesische Gewerkschaft SNPVAC ihre Mitglieder zu einem dreitägigen Streik aufgerufen. Daraufhin musste die Hälfte der Ryanir-Flüge gestrichen werden. Die Ufo kündigte jetzt an, zum Sommer ähnliche Aktionen in Deutschland folgen zu lassen. Man wolle Ryanair zeigen, dass sie mit einem Verdi-Abschluss nicht die gewünschte Sicherheit vor Streiks erhalte.

Die Iren hatten erst im vergangenen Dezember angekündigt, gewerkschaftliche Vertretungen zukünftig grundsätzlich anzuerkennen - ein Novum in der Firmenpolitik. Allerdings erklärte die Airline auch, nur mit nationalen Gewerkschaften sprechen zu wollen. Auch lehne man europaweit einheitliche Tarifverträge für die Piloten wie auch für das Kabinenpersonal strikt ab.

Verdi vertritt auch Arbeitnehmer anderer Billigflieger in Deutschland. Das geschieht in enger Abstimmung mit der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF) und den europäischen Partnergewerkschaften. Dagegen organisiert sich Ufo mit europäischen Partnergewerkschaften in der European Cabin Crew Association (Eurecca).

Von: br

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