Ryanair klagt gegen Subventionen und fährt Flugbetrieb wieder hoch

Ryanair hat vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen Subventionen eingereicht, die aus ihrer Sicht nationale Airlines begünstigen würden. Gleichzeitig wollen die Iren ihr Flugprogramm ab dem 1. Juli wieder hochfahren.

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © dpa / Hannah Mckay

Ryanair hat beim Europäischen Gerichtshof Klage gegen ein französisches Programm eingereicht, das die Fälligkeit von gut 200 Millionen Euro an Steuerzahlungen und Gebühren für Airlines mit einem französischer AOC stundet, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg".

Die Iren argumentieren, dass der Aufschub insbesondere Air France zugutekäme und sowohl Ryanair als auch Easyjet ausschlösse. Beide Billigflieger bieten viele Strecken von französischen Flughäfen an, haben aber kein französisches AOC. Zuvor hatte sich der Billigflieger bereits über ähnliche Maßnahmen in Dänemark und Schweden beschwert.

Die EU-Kommission hat angekündigt, vor Gericht für ihren Unterstützungskurs für europäische Airlines einzustehen.

Iren wollen ab 1. Juli wieder starten

Zudem will Ryanair seinen Flugbetrieb zum Sommer wieder deutlich hochfahren. Ab 1. Juli sollen 40 Prozent der regulären Flüge wieder stattfinden, teilte das Unternehmen mit.

Voraussetzung sei, dass die Regierungen die Reisebeschränkungen für Flüge innerhalb der EU lockern und an den Flughäfen Sicherheitsmaßnahmen zum Gesundheitsschutz eingeführt würden. Täglich würde Ryanair nach eigenen Angaben dann fast 1000 Flüge anbieten und damit 90 Prozent der Strecken abdecken, die die Airline vor der Corona-Krise angesteuert hatte.

© dpa-Bildfunk, Jasper Jacobs Lesen Sie auch: O'Leary wirft Lufthansa vor, sich an Staatshilfen bereichern zu wollen

Um die Übertragung des Coronavirus zu verhindern, sollen die Passagiere am Flughafen und an Bord laut Ryanair Gesichtsmasken tragen. Zudem sollen sie der Airline bei Flügen im Juli und August beim Check-In ihre Kontaktdaten und die Dauer ihres Aufenthalts nennen. Ryanair plädiert zudem dafür, dass die Passagiere schon beim Betreten des Flughafens auf ihre Körpertemperatur überprüft werden.

Seit Ende März hat Ryanair den Großteil seines Flugbetriebs eingestellt und bietet derzeit täglich nur rund 30 Flüge zwischen Irland, Großbritannien und Kontinentaleuropa an.

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur bekräftigte Ryanair-Manager David O'Brien aber auch die Pläne, wegen der langfristig schwächeren Nachfrage rund jeden fünften Job zu streichen.

Auch Jobs in Deutschland gefährdet

Im kommenden Winter und im Sommer 2021 werde Ryanair im Gesamtnetz voraussichtlich nur 80 Prozent der vorherigen Kapazität fliegen, sagte O'Brien. Dafür würden auch nur 80 Prozent des fliegenden Personals benötigt. Es sei aber noch zu früh, die genauen Auswirkungen auf die Basen und die rund 1200 Beschäftigten in Deutschland zu benennen. Es hänge von den jeweiligen Kosten, Steuern und Bedingungen an den Standorten ab, ob sich ein Angebot wieder lohne.

Grundsätzlich stünden somit auch in Deutschland hunderte Jobs auf der Kippe. Das Niveau des Vorjahres werde man frühestens in den Jahren 2022 oder 2023 wieder erreichen.

O'Brien wollte keine Unterschiede zwischen großen und kleinen Standorten machen. Jeder habe seine Bedeutung und besondere Bedingungen. So werde Ryanair weiterhin vom Hunsrück-Flughafen Hahn fliegen. Am größten deutschen Standort Frankfurt wird derzeit ein auf Billigflieger zugeschnittener Flugsteig am neuen Terminal 3 gebaut. O'Brien warnte den Betreiber Fraport vor zu hohen Mietforderungen. «Wir werden es gerne nutzen, so lange wir niedrige Kosten haben.»

Von: br mit Material von dpa

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