Ryanair muss Mitarbeiter entlassen

Ryanair muss wegen der Boeing-737-Max-Verzögerungen und der rückläufigen Nachfrage bis zu 700 Mitarbeiter entlassen. Derweil winken dem neuen Gruppen-Chef O'Leary Millionen - wenn er den Aktienkurs nach oben bringt.

Passagiere boarden eine Ryanair-Maschine © dpa / Andreas Arnold

Ryanair hat angekündigt, rund 500 bis 700 Mitarbeiter zu entlassen. Gegenüber den Aktionären der Airline führte Gruppen-Chef Michael O'Leary am Donnerstag auf einer nicht öffentlichen Hauptversammlung in Dublin aus, dass der Personalrückbau vorrangig Piloten treffen werde.

Piloten könnten zudem für zwölf Monate ohne Bezahlung freigestellt werden, berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters". Insgesamt beschäftigt Ryanair rund 17.000 Mitarbeiter.

Als Grund für die Entscheidung nannte Ryanair die veränderte Nachfrage in Kombination mit den aktuellen Boeing-737-Max-Problemen. Sollten sich die Auslieferungen der bestellten Maschinen bis in den März oder April 2020 verzögern, müsse die Airline ihr Flugprogramm weiter eindämmen.

Ryanair befinde sich in Verhandlungen mit Boeing über finanzielle Entschädigungen. Das Management habe zudem bereits die üblichen Anzahlungen an Boeing gestoppt, so O'Leary.

Aktionäre winken Bonusprogramm für O'Leary nur knapp durch

Der Ryanair-Chef könnte derweil über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt rund 100 Millionen Euro zusätzlich kassieren. O'Leary hatte Anfang des Jahres einen neuen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit bis 2024 mit der Gesellschaft unterzeichnet. Dabei wurden dem langjährigen Manager Optionen für zehn Millionen Aktien zugesprochen.

Diese kann er für rund elf Euro je Aktie kaufen und zu Marktpreisen wiederverkaufen, sollte die Airline in den Jahren bis 2024 einen Jahresgewinn von zwei Milliarden Euro erzielt oder der Aktienkurs für 28 Tage die Marke von 21 Euro erreicht haben. Dem Bonusprogramm stimmten die Aktionäre mit knapper Mehrheit von 50,5 Prozent zu.

© dpa, Niall Carson/PA Wire Lesen Sie auch: Der Kampf von Ryanair um das eigene Geschäftsmodell Hintergund

Laut Reuters zeigte sich O'Leary von der knappen Zustimmung überrascht: "Ich denke, die meisten Aktionäre würden die Ansicht vertreten, dass es ihnen egal sei, was Sie ihm für die nächsten fünf Jahre zahlen, wenn er den Aktienkurs verdoppelt."

Von: br

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