Ryanair-Piloten gründen länderübergreifende Tarifkommission

19.03.2018 - 16:17 0 Kommentare

Europäische Gewerkschaften wollen in den Tarifstreitigkeiten mit Ryanair die Arbeit in den einzelnen Ländern besser koordinieren und gründen eine gemeinsame Tarifkommission. Experten sprechen von einem "symbolischen Schritt".

Boeing 737 der Ryanair. - © © AirTeamImages.com - Simone Ciaralli

Boeing 737 der Ryanair. © AirTeamImages.com /Simone Ciaralli

Die Piloten von Ryanair wollen künftig länderübergreifend mit der irischen Billigfluggesellschaft um die Ausgestaltung ihrer Arbeitsplätze verhandeln. Wie die Vereinigung Cockpit (VC) mitteilte, gründeten europäische Pilotenverbände dafür eine neue Tarifkommission.

Damit sei es nun erstmals möglich, Regelungen, die alle Ryanair-Piloten in Europa betreffen, "einheitlich zu verhandeln". "Die Piloten bei Ryanair sprechen nun europaweit mit einer Stimme, um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze gemeinsam zu gestalten", erklärte VC-Präsident Ilja Schulz. Dies sei "ein historischer Moment", nicht nur für die Ryanair-Piloten. "Nie zuvor hat es einen so geschlossenen und Grenzen überschreitenden Zusammenschluss von Arbeitnehmern gegeben."

Einschätzung von Experten

Die Tarifkommission wurde demnach einstimmig bei der Jahreskonferenz des Weltpilotenverbandes Ifalpa in Luxemburg gegründet. Künftig soll die "Ryanair Transnational Pilot Group" (RTPG) nicht nur Informationen sammeln, sondern auch die Tarifverhandlungen bei Ryanair auf europäischer Ebene koordinieren. Dabei soll sie der Vereinigung Cockpit zufolge auch die Forderung nach direkten Anstellungsverträgen in den Fokus rücken.

Experten weisen darauf hin, dass es sich nur um ein "politisches Zeichen" handeln kann, denn: "Tarifrecht ist Ländersache." Damit die jeweiligen Gewerkschaften im Gleichschritt agieren, müsse erkennbar sein, dass sie ihr Vorgehen aufeinander abstimmen, „damit sie nicht gegeneinander ausgespielt werden“.

Ryanair hatte zuletzt in mehreren Ländern Pilotengewerkschaften offiziell anerkannt und sich damit von einer jahrzehntelangen Unternehmenspraxis verabschiedet. Zuvor hatte es bei der Billigfluggesellschaft heftig rumort:

© AirTeamImages.com, Simone Ciaralli Lesen Sie auch: "Personalprobleme sind der Hauptgrund" Interview

Von: cs mit Material von AFP
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