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Ryanair drängt Crews konzernweit zu Gehaltsverzicht

Ryanair droht seinem fliegenden Personal mit Entlassungen auf breiter Front, wenn es sich nicht zu einem Gehaltsverzicht von bis zu zwanzig Prozent bereit erklärt. In Großbritannien gab es eine erste Einigung, auch die deutschen Angestellten der Tochter Lauda müssen sich zeitnah entscheiden.

Flugbegleiter von Ryanair. © Ryanair

Die irische Ryanair bemüht sich derzeit, bei ihrem Personal in Cockpit und Kabine europaweit Gehaltskürzungen durchzusetzen. Andernfalls droht laut Airline-Boss Michael O'Leary der Verlust von bis zu 3500 Arbeitsplätzen, rund einem Fünftel der Belegschaft.

Es gehe um 20 Prozent weniger Einkommen bei den am besten bezahlten Piloten bis hin zu fünf Prozent Verzicht der Flugbegleiter mit dem geringsten Verdienst, zitierte der Londoner "Guardian" O’Leary. Wenn man die Lohnkürzungen vereinbare, könnten fast alle Stellenstreichungen vermieden werden. Auch O'Leary selbst will auf die Hälfte seines Gehaltes verzichten.

Eine erste Einigung konnte am Mittwoch mit den in Großbritannien beschäftigten Piloten erzielt werden. Die Pilotengewerkschaft Balpa meldete, dass 96 Prozent der Ryanair-Piloten für eine zwanzigprozentige Gehaltskürzung gestimmt hätten. Damit würden laut Ryanair mindestens 260 von 330 zur Disposition stehenden Pilotenstellen im Vereinigten Königreich gesichert. Balpa gab zudem an, dass Ryanair zugestimmt hätte, die Bezahlung innerhalb der kommenden vier Jahre wieder auf das alte Niveau anzuheben.

© Flughafen Düsseldorf, Lesen Sie auch: Lauda-Basis in Wien bleibt bestehen

Auch die österreichische Ryanair-Tochter Lauda übt laut "austrianaviation.net" weiter Druck auf ihre Beschäftigten aus, um neue Tarifbedingungen durchzusetzen. Nachdem die Mitarbeiter der Wiener Heimatbasis einem neuen Vertrag zustimmten, konnte diese zwar zum Teil erhalten werden, doch knapp 100 Mitarbeitern, die den Gehaltsverzicht nicht akzeptieren wollten, wurde gekündigt.

Ein ähnliches Schicksal droht nun auch den Angestellten an den Lauda-Basen in Stuttgart und Düsseldorf, so sie nicht spuren. Sollten sie nicht in dieser Woche einem neuen Tarifvertrag, der derzeit mit Verdi verhandelt wird, zustimmen, würde allen Angestellten in Deutschland mit Ablauf der Sommerflugplanperiode gekündigt, drohte Lauda. Für Ärger sorgt dabei der Umstand, dass Lauda auch für die Piloten nur mit Verdi verhandelt, obwohl der Großteil der Cockpitbesatzungen bei der Vereinigung Cockpit (VC) organisiert ist.

Auch von den deutschen Ryanair-Besatzungen, die allesamt bei der Tochter Malta Air angestellt sind, fordert die Unternehmensführung laut VC einen Gehaltsverzicht von 20 Prozent über fünf Jahre. Eine Entscheidung der Arbeitnehmervertretungen steht noch aus.

Von: dk

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