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Michael O'Leary, CEO der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair © dpa / Thomas Frey

Ryanair sind die europaweiten Staatshilfen für Fluggesellschaften in der Corona-Krise bekanntlich ein Dorn im Auge. Bereits im Frühjahr kündigte Airline-Chef Michael O'Leary an, gegen jede Gewährung öffentlicher Mitteln zu klagen. Der Ire hat Wort gehalten und vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) eine Klagewelle losgetreten, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet.

In elf Fällen, inklusive Condor und Lufthansa, seien bereits Klagen gegen die Hilfspakete eingereicht worden, weitere seien laut Ryanair in Vorbereitung. Aus Sicht der Billigairline verstößt die Unterstützung für einzelne gegen fundamentale Wettbewerbsregeln des europäischen Binnenmarktes. Ryanair sei vielfach von Hilfen ausgeschlossen, weil die Airline ein anderes Heimatland habe, obwohl sie vor Ort eine größere Verkehrsleistung erbringe als so manche einheimische Wettbewerber, die großzügig finanziert würden.

Die Airline klagt formal nicht gegen die Hilfsbeschlüsse der Regierungen in den einzelnen Ländern, sondern gegen die Genehmigungen dafür durch die EU-Kommission. So ist der EuGH zuständig. Dadurch kann ein Urteil bereits richtungsweisend für die anderen Fälle sein. Zudem gelte der EuGH als weniger offen für nationale Interessen, so der Bericht.

Ryanair setzt für Erholung auf Niedrigpreise

O'Leary warf den staatlich gestützten Netzwerkfluggesellschaften wie Lufthansa, Alitalia oder Air France/KLM bei einem Gespräch mit der Lotsen-Dachorganisation Eurocontrol zudem vor, das Flugangebot auch nach der Pandemie künstlich knapp halten zu wollen. So sollten höhere Ticketpreise durchgesetzt werden. Die Aussetzung der Regulierung von Start-und Landerechten (kein "use it or loose it" bis Ende 2021) schütze ihre Stellung an den großen Flughäfen.

Ryanair plane jedoch, das Angebot in ganz Europa stark auszubauen und setze dabei auf die Kooperation der Flughäfen. Europas größter Billigflieger Ryanair will mit Kampfpreisen aus der Corona-Krise fliegen. Allein über günstige Ticketpreise könne nach Einführung eines Corona-Impfstoffes die Nachfrage wieder schnell auf Vorkrisen-Niveau gebracht werden, so O'Leary.

Erst in der vergangenen Woche hatten die Iren bekanntgegeben, dass sie 75 weitere Boeing-Jets vom Krisentyp 737 Max kaufen wollen. Die Fluggesellschaft hält damit trotz Corona-Krise am geplanten Auftragsvolumen von 210 Exemplaren fest. Spätestens ab dem Jahr 2022 werde man Kurs auf das Ziel nehmen, mehr als 200 Millionen Passagiere im Jahr zu fliegen, sagte O'Leary.

Im bisherigen Rekordjahr 2019 hatte Ryanair 152 Millionen Gäste. O'Leary appellierte an die Staaten, spezische Abgaben wie die deutsche Luftverkehrssteuer abzuschaffen. Die Flughäfen sollten ihre Gebühren absenken, um die Nachfrage zu stimulieren. Es gebe dazu in vielen Ländern positive Signale.

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Die neue Ryanair-Standardmaschine bezeichnete O'Leary erneut als "Gamechanger". Das neue Flugzeug könne 4 Prozent mehr Passagiere mitnehmen bei einem Verbrauch von 16 Prozent weniger Kerosin. Die Boeing 737 Max war im März 2019 nach zwei Abstürzen mit 346 Toten aus dem Verkehr gezogen worden.

Der Ryanair-Chef rechnet nicht mit größeren Vorbehalten der Fluggäste gegen die neueste Ausgabe der Boeing 737. Es könne pro Flug "ein oder zwei" Passagiere mit Bedenken geben, meint O'Leary. Diese werde man kostenfrei auf die nächste Verbindung umbuchen. Die meisten Leute wüssten aber ohnehin nicht, in welchem Flugzeug sie unterwegs seien.