Ryanair stellt wohl das Geschäft mit Pauschalreisen ein

Der Billigflieger Ryanair verkauft keine Paketreisen mehr: Das Angebot "Ryanair Holidays" ist stillschweigend abgeschaltet worden. Die Gepäckregeln der Airline sind wohl einer der Gründe für die schwache Nachfrage.

Ryanair am Flughafen Frankfurt. © dpa / Andreas Arnold

Ryanair verkauft ab sofort keine Pauschalreisen mehr. Das Angebot unter der Marke "Ryanair Holidays" ist seit vergangener Woche nicht mehr verfügbar. Auf der Website ist eine entsprechende Mitteilung zu finden: "Ab sofort ist es nicht mehr möglich, Pauschalreisen auf Ryanair Holidays zu buchen", heißt es dort. Bereits getätigte Buchungen würden aber durchgeführt.

Zu einer Anfrage von airliners.de nahm der Billigflieger am Montag keine Stellung. Dagegen äußerte sich das deutsche Partnerunternehmen HLX Touristik offiziell und teilte mit, man habe die Kooperation beendet und betreue nicht mehr die Marke "Ryanair Holidays". Auch die Zusammenarbeit des Billigfliegers mit dem spanischen Veranstalter World2Meet, einem Ableger der Hotelgruppe Iberostar, laufe damit aus.

Das Ende des Betriebs von "Ryanair Holidays" gilt laut HLX nicht nur für Deutschland, sondern auch für Großbritannien, Irland, Italien und Spanien, wo die Marke ebenfalls vertrieben wurde. Ob die Airline sich endgültig aus dem Pauschalreisegeschäft verabschiedet oder an einem neuen Angebot arbeitet, wollte sie zunächst nicht beantworten.

Kooperation mit HLX seit 2017

Die Kooperation von Ryanair mit HLX und Word2Meet begann vor knapp zwei Jahren. Dabei wurden Flüge der Airline mit Hotels und weiteren Leistungen verknüpft und als Pauschalreisen verkauft - zunächst nur im Internet, seit dem vergangenen Jahr auch über Reisebüros.

© Ryanair, Screenshot: airliners.de Lesen Sie auch: Ryanair startet Pauschalreise-Angebot mit HLX-Technik

Laut Angaben von HLX wurde die Zusammenarbeit nun vonseiten der Veranstalter beendet. "Wir wollten den Vertrag nicht verlängern, die Rahmenbedingungen haben nicht mehr gepasst", so HLX-Chef Karlheinz Kögel.

Gepäckgebühren passen nicht zu Pauschalreisen

Letztlich sind es wohl die schwachen Buchungszahlen, die das Ende das Angebots gebracht haben. Laut Brancheninsindern sind dafür unter anderem die rigiden Gepäckregeln verantwortlich. Für Pauschalreisende sei es nicht akzeptabel, dass die Beförderung des Koffers nicht inbegriffen sei, sondern pro Person 50 Euro zusätzlich koste, so ein Touristikmanager.

Außerdem habe die Airline ihr Hotelangebot "Ryanair Rooms" massiv ausgebaut und in die Buchungsstrecke für Flüge integriert. "Das kannibalisiert den Pauschalreiseverkauf", heißt es aus Branchenkreisen.

Für HLX Touristik ist Ryanair nicht der einzige Kunde aus dem Airline-Bereich: Größter Auftraggeber ist "Lufthansa Holidays", daneben betreibt das Unternehmen auch die Reise-Websites von Condor, Sun Express und Swiss. Wie HLX ankündigt, sollen in diesem Jahr weitere Kooperationen mit Airlines hinzukommen.

Von: pra

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