Luftverkehrsabgabe Ryanair droht mit Streckenstreichungen

Ryanair hat den Kabinettsbeschluss der Luftverkehrsabgabe scharf verurteilt. Die Steuer werde Konsequenzen haben, erklärte der irische Billigflieger am Donnerstagabend – und erwägt bereits Streckenstreichungen.

Boeing 737 der Ryanair © AirTeamImages.com

Der irische Billigflieger Ryanair hat angedroht, wegen der angekündigten Luftverkehrsabgabe in Deutschland seine Flugverbindungen zurückzuschrauben. «Wir müssen alle unsere Routen überdenken, und es ist wahrscheinlich, dass die neue Steuer zu einem Rückgang der Passagierzahlen führen wird», ließ die Fluggesellschaft am Donnerstag verlauten.

Die Steuer könne zu Streichungen einzelner der bisher 174 Verbindungen von den drei deutschen Flughäfen Frankfurt-Hahn, Weeze und Bremen führen, sagte eine Sprecherin. Sorgen macht sich aber auch der Flughafen Lübeck – von elf ab Lübeck bedienten Zielen werden allein neun von Ryanair angeflogen.

Die Bundesregierung hatte in Zusammenhang mit ihrem Sparpaket beschlossen, eine Luftverkehrsabgabe einzuführen. Der Bundestag und Bundesrat müssen dem noch zustimmen.

Das Land Rheinland-Pfalz prüft laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ bereits eine Klage gegen die Steuer. Ein juristisches Gutachten war zu dem Schluss gekommen, dass die Luftverkehrsabgabe aus Gründen der Steuergerechtigkeit nicht zulässig sei, da die Besteuerung von kurzen Flügen proportional höher ausfällt als die von längeren; zudem stelle die Ausnahme von Frachtflügen eine laut EU-Recht unzulässige Beihilfe dar.

Von: dpa, airliners.de

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