Ryanair will wegen Corona-Krise bis zu 3000 Stellen streichen

Ryanair plant wegen der Corona-Krise den Abbau von bis zu 3000 Stellen bei den Piloten und dem Kabinenpersonal. Zudem sollen die meisten Flüge bis Ende Juni gestrichen werden, wie das Unternehmen jetzt mitteilte.

Flugzeuge der irischen Airline Ryanair © dpa / Marcel Kusch

Der irische Billigflieger Ryanair geht davon aus, wegen der Corona-Krise bis zu 3000 Stellen abzubauen. Das teilte die Fluggesellschaft jetzt mit. Die Airline werde im Juli mit einem Restrukturierungsprogramm beginnen. Betroffen von den Stellenstreichungen seien vor allem Piloten und Kabinenpersonal.

Insgesamt beschäftigt die Fluggesellschaft weltweit 18.000 Mitarbeiter. Der Stellenabbau werde voraussichtlich in den "nächsten drei bis vier Monaten" erfolgen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary dem Sender Bloomberg TV.

Auch Mitarbeiter in der Führungsebene und in der Verwaltung müssten mit Jobverlust und Gehaltskürzungen rechnen. O'Leary stimmte zu, für das gesamte Haushaltsjahr auf die Hälfte seines Gehalts zu verzichten.

Die Fluggesellschaft geht davon aus, dass es mindestens zwei Jahre dauern wird, bis Passagierzahlen und Ticketpreise wieder das Niveau von 2019 erreichen. Ryanair hatte die meisten seiner Flüge im März eingestellt und rechnet nicht damit, dass der Betrieb vor Juli wieder aufgenommen werden kann.

Ryanair werde dieses Jahr voraussichtlich weniger als 100 Millionen Passagiere statt wie geplant 154 Millionen Passagiere befördern, sagte O'Leary. "Die Lage ist düster." Er erwarte, dass die Regierungen Europas ab Juli wieder einen normalen Flugbetrieb zulassen.

Im ersten Geschäftsquartal (April bis Juni) dürften weniger als ein Prozent der eigentlich geplanten Flüge stattfinden und im zweiten Geschäftsquartal maximal die Hälfte. Vor diesem Hintergrund rechnet Konzernchef O'Leary zum Jahresstart mit einem Nettoverlust von mehr als 100 Millionen Euro und weiteren Verlusten im zweiten Viertel des Geschäftsjahres.

Von: dpa, AFP

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