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Ryanair-Chef rechnet mit schnell steigenden Passagierzahlen

Michael O'Leary prognostiziert zwar schnell steigende Passagierzahlen, jedoch würden die Airlines dafür einen hohen Preis zahlen müssen. Ryanair sieht O'Leary trotz Quartalsverlust als Gewinner.

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © dpa / Hannah Mckay

Ryanair-Chef Michael O'Leary rechnet mit einer schnellen Erholung der Passagierzahlen im kommenden Jahr. Vorausgesetzt, es werde einen Impfstoff geben oder den Europäern werde beispielsweise durch eine veränderte Teststrategie Reisen wieder erleichtert, so der Ire in einem Investorengespräch.

Die Luftfahrt- und Tourismusindustrie würde für die steigende Nachfrage jedoch niedrige Ticketpreise hinnehmen müssen. "Wir werden eine schnelle Erholung der Nachfrage sehen, aber das Pricing wird auf sehr niedrigem Niveau sein", so O'Leary weiter.

Ryanair sei gerade dank der finanziellen Einschnitte beim Personal gut aufgestellt. Das gesamte Unternehmen habe sich auf eine niedrigere Gehaltsstruktur geeignet. Hinzu komme, dass Ryanair Anfang des kommenden Jahres die Boeing 737 Max 200 einflotten und die Effizienz damit die Effizienz weiter gesteigert werden könne. Bis Zum Anfang des Sommer will der Billigflieger 30 Maschinen einflotten.

Boeing 737 Max 200

Foto: © Boeing

Boeing hatte die 737 Max 200 speziell für Low-Cost-Carrier entwickelt. So bietet die Maschine dank kleinerer Bordküchen und angepasstem Sitzabstand bis zu 200 Passagieren Platz. Dazu ist ein weiterer Notausgang in der Mitte installiert worden. Außerdem bietet die Maschine leicht vergrößerte Gepäckfächer sowie eine bessere Belüftung und Schallisolierung. Die Reichweite der Maschine liegt bei 6670 Kilometern; sie wird von CFM Leap 1B-Triebwerken angetrieben.

Zudem denkt man bei Ryanair darüber nach, weitere Maschinen bei Boeing zu bestellen. Boeing brauche gerade jeden Auftrag, daher komme es auf den Preis an.

Rund 200 Millionen Euro Verlust

Gleichzeitig ist Ryanair nach einem Milliardengewinn im Vorjahreszeitraum in der Corona-Krise in die roten Zahlen gerutscht.

In den sechs Monaten bis Ende September stand unter dem Strich ein Verlust von 197 Millionen Euro, teilte die Airline mit. Ein Jahr zuvor wurde für das erste Geschäftshalbjahr des Konzerns noch ein Gewinn von 1,15 Milliarden Euro verbucht.

Die Coronavirus-Pandemie habe dazu geführt, dass "99 Prozent der Flotte" der Gruppe von Mitte März bis Ende Juni am Boden bleiben mussten, erklärte Ryanair. Die Umsätze im ersten Geschäftshalbjahr schrumpften in der Folge um 78 Prozent auf knapp 1,18 Milliarden Euro zusammen; 17,1 Millionen Passagiere bedeuteten einen Rückgang um rund 80 Prozent.

Die Luftfahrtbranche ist schwer von den massiven Reisebeschränkungen im Kampf gegen die Pandemie betroffen. Mitte Oktober hatte Ryanair angekündigt, das Angebot der Fluggesellschaft weiter zu kürzen. Für die Wintersaison von November bis März würden die Kapazitäten von zuvor 60 Prozent des Vorkrisenniveaus auf 40 Prozent verringert.

Von: br, afp

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