Ryanair sieht sich durch Brexit-Votum schwer getroffen

Das britische Votum für einen EU-Austritt macht Ryanair zu schaffen. Die Fluggesellschaft erwartet durch den Brexit einen deutlichen Einbruch des Wachstums, so Airline-Chef Michael O'Leary.

Ryanair-Chef Michael O'Leary © dpa / EPA/Hannah Mckay

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair sieht ihre Wachstumsaussichten durch das Brexit-Votum schwer beeinträchtigt. Während im laufenden Geschäftsjahr ein Wachstum von 15 Prozent in Großbritannien erwartet werde, sei im nächsten Geschäftsjahr, das im April beginnt, nur noch mit sechs Prozent zu rechnen, sagte Unternehmenschef Michael O'Leary am Mittwoch in London. Ohne Brexit-Votum würde es weiterhin zweistellige Wachstumsraten geben, betonte O'Leary auf einer Pressekonferenz.

Nach dem Referendum Ende Juni, bei dem sich eine knappe Mehrheit der Briten für den Austritt ihres Landes aus der EU ausgesprochen hatte, seien die Buchungszahlen zurückgegangen, sagte der Airline-Chef. Deshalb habe Ryanair die Preise gesenkt. Der bevorstehende Ausstieg der Briten aus der EU könnte das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr zu einer Senkung seiner Gewinnprognose zwingen, hatte O'Leary bereits Ende Juli gesagt.

O'Leary kündigte nun an, sein Unternehmen werde so lange keine zusätzlichen Flugzeuge in Großbritannien stationieren, bis es mehr Klarheit über die Folgen des Brexit-Votums gebe. Der Ire hatte vehement für einen Verbleib Großbritanniens in der EU geworben.

© dpa, Andy Rain Lesen Sie auch: Brexit-Folgen für den Luftverkehr

O'Leary forderte die britische Premierministerin Theresa May auf, die Londoner Flughäfen kräftig auszubauen. Die britische Regierung überlegt derzeit, ob am Flughafen Heathrow oder am Flughafen Gatwick eine neue Landebahn gebaut werden soll. O'Leary forderte, beides zu tun - und auch den Flughafen Stansted, den Ryanair am stärksten nutzt, um noch eine Landebahn zu erweitern.

Von: gk, AFP

Lesen Sie jetzt

Lesen Sie mehr über

Fluggesellschaften Management Strategie Ryanair Brexit