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Ryanair bestellt 75 weitere Boeing 737 Max

Ryanair bereitet sich bereits auf einen Nach-Corona-Boom vor und bestellt weitere 75 Boeing 737 Max. Erneut entschied sich der Billigflieger für eine speziell ausgestattete Version mit mehr Sitzen. Für Boeing endet mit dem Großauftrag eine lange Durststrecke.

Visualisierung einer Boeing 737 Max 8 von Ryanair. © Boeing

Ryanair hat 75 weitere Boeing 737 Max bestellt. Das teilten Boeing und die Fluggesellschaft am Donnerstag mit. Die Lieferung, die sich insgesamt über einen Zeitraum von vier Jahren erstreckt, beginnt demnach im Frühjahr 2021.

Damit erhöht sich das Orderbook der Iren auf insgesamt 210 Flugzeuge im Wert von 22 Milliarden US-Dollar (18,2 Mrd Euro), teilte Boeing mit. Ryanair entschied sich erneut für die 737 Max 8-200, eine Version mit zusätzlichen Sitzen. Statt bislang 184 in der 737-800 bietet die Max-200 dann bei Ryanair Platz für 197 Passagiere.

Sobald Corona nach der Einführung mehrerer wirksamer Impfstoffe im kommenden Jahr bekämpft werden könne, werden Ryanair die Flugpläne schnell hochfahren, verlorenen Verkehr wiederherstellen, sagte Ryanair-Chef Michael O'Leary bei der Unterzeichnung der Bestellung laut Mitteilung.

Spezielle Billigflieger-Variante

Boeing hat die 737 Max 200 speziell für Low-Cost-Carrier entwickelt. So bietet die Maschine dank kleinerer Bordküchen und angepasstem Sitzabstand bis zu 200 Passagieren Platz. Dazu ist ein weiterer Notausgang in der Mitte installiert worden. Außerdem bietet die Maschine leicht vergrößerte Gepäckfächer und größere Fenster sowie eine bessere Belüftung und Schallisolierung. Die Reichweite der Maschine liegt bei 6670 Kilometern; sie wird von CFM Leap 1B-Triebwerken angetrieben.

Ryanair ist der Erstkunde für die Max 8-200. Ende 2014 hatte der Billigflieger erstmals 100 Flugzeuge und 100 Optionen bestellt. Umwandlungen in Festbestellungen über insgesamt 35 Maschinen folgten 2017 und 2018. Der Billigflieger erhofft sich Einsparungen von 16 Prozent gegenüber der 737-800.

"Wir freuen uns, dass Ryanair erneut Vertrauen in die Boeing 737-Familie setzt und mit dieser erweiterten Festbestellung ihre zukünftige Flotte aufbaut ", sagte Dave Calhoun, Präsident und CEO von Boeing. Für den Hersteller endet mit der Großbestellung eine lange Durststrecke, was Verkäufe für die Max angeht. Insgesamt gingen Boeing von Jahresbeginn bis Ende September unterm Strich bereits 381 Aufträge verloren. Der Konzern leidet besonders unter Stornierungen der 737 Max.

Die Aktien von Boeing stiegen am Nachmittag um mehr als fünf Prozent auf mehr als 235 US-Dollar. Die Papiere des Billigfliegers Ryanair bewegten sich kaum. Die Behörden geben dem Krisenjet mit Auflagen nach und nach wieder grünes Licht. Auch in Europa darf die 737 Max wohl bald wieder starten.

Von: dh mit dpa

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