Ryanair schließt Nürnberg-Basis und kürzt Angebot deutlich

Der irische Billigflieger schließt mit Nürnberg seine nächste Basis in Deutschland. Zuvor wurde schon die Hamburger Station dicht gemacht. Ryanair wird im kommenden Sommer das Angebot in Nürnberg deutlich reduzieren.

Der Flughafen Nürnberg und die Ryanair feiern den Erstflug nach Marrakesch. © Ryanair

Ryanair wird mit Beginn des Sommerflugplans eine weitere Basis in Deutschland schließen. Dabei handelt es sich um die Station in Nürnberg, bestätigte der Flughafen gegenüber airliners.de. Ryanair hat sich auf Anfrage bisher nicht gemeldet. Zuerst berichtete das Portal "Aerotelegraph" über das Aus der Iren am Albrecht Dürer Flughafen.

Der irische Billigflieger hat in der aktuellen Winterflugplanperiode zwei Maschinen am Franken-Airport stationiert und bietet Flüge zu 15 Zielen in ganz Europa an. Gemessen an den Kapazitäten ist Ryanair damit aktuell die größte Airline in Nürnberg.

Das Aus hat auch einen Einfluss auf die angebotenen Kapazitäten. Wie der Airport weiter mitteilt wird Ryanair im Sommer nur noch rund ein Drittel des bisherigen Angebots durchführen. Das verbleibende Drittel wird dann mit Flugzeugen von anderen europäischen Basen durchgeführt.

Die Iren hatten ihre Basis in Nürnberg 2016 eröffnet – und dafür nach eigenen Angaben zwei Millionen Euro in die Hand genommen, berichtet "Nordbayern". Der Airport war Ryanair damals mit Nachlässen entgegengekommen. Dabei handelt sich um branchenübliche Nachlässe.

Zweite Basis-Schließung in Deutschland

Erst Mitte Oktober hatte der irische Low Coster mitgeteilt, seine Hamburger Basis zum Jahresende zu schließen. Ryanair gab damals gegenüber airliners.de an, die Basis aufgrund der verspäteten Auslieferung von mittlerweile 30 Boeing 737 Max schließen zu müssen. Die Airline bot in Hamburg stationierten Piloten einen Wechsel nach Marokko an.

© AirTeamImages.com, HAMFive Lesen Sie auch: Ryanair schließt Basis in Hamburg

Experten sehen jedoch eher tarifrechtliche Gründe hinter dem nächsten Aus einer Basis in Deutschland. Ryanair produziere nach der gewerkschaftlichen Anerkennung der Piloten teurer als die Töchter Lauda und Malta Air. Daher gehen Insider davon aus, dass das Ryanair-Management künftig für den deutschen Markt verstärkt auf ihre Tochtergesellschaften setzen könnte.

Erst in der vergangenen Woche dementierte Marketing-Chef Kenny Jacobs Spekulationen, wonach sich die Airline aus Deutschland zurückziehen könnte. Stattdessen wolle Ryanair trotz Überkapazitäten und Preiskampf Deutschland ihren Marktenteil tendenziell weiter ausbauen.

Von: br

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