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O'Leary bekommt seinen Bonus nach Streit mit Aktionärsberatern

Trotz der schwierigen Lage für die Branche besteht Ryanair-Chef Michael O'Leary auf seinem Bonus und legt sich mit Aktionärsberatern an. Mit Erfolg - auf der Ryanair-Hauptversammlung stimmen ihm die Anteilseigner zu.

Ryanair-Chef Michael O'Leary. © dpa / Hannah Mckay

Die Ryanair-Aktionäre haben auf der heutigen Hauptversammlung der Airline einem Bonus von rund 450.000 Euro für CEO Michael O'Leary zugestimmt, wie "Reuters" berichtet. Der Bonus folgt auf eine lebhafte Diskussion in Großbritannien, inwiefern die gegenwärtige Lage Sonderzahlungen überhaupt zulässt. So hatte die Aktionärsberatung Institutional Shareholder Services (ISS) vor der Versammlung gesagt, dass die Vergütungsauszeichnung für das im März endende Geschäftsjahr "Bedenken aufwirft" und inmitten der beispiellosen Luftfahrt-Krise, die durch COVID-19 ausgelöst wurde, schwer zu rechtfertigen sei.

Eine Ansage, die O'Leary auf die Palme brachte. Laut dem Jahresbericht von Ryanair wurde dessen Gehalt und die maximale Bonushöhe für das laufende Jahr aufgrund der Corona-Krise bereits halbiert. Daran könne man sehen, "dass der Vorstand angemessen auf die Pandemie reagiert", sagte O'Leary in einem Interview und ging zum Gegenangriff über: "Ich würde gerne sehen, um wie viel das Gehalt des Chief Executive der ISS in den letzten zwölf Monaten gekürzt wurde. Es wird sicherlich weniger sein als mein Gehalt."

Eine Sprecherin der ISS erwiderte darauf, dass die Gehälter der Führungskräfte nicht offengelegt würden, da es sich um ein Privatunternehmen handele. "Wir machen solche Offenlegungen nicht", sagte sie.

O'Learys Bezahlung war jedoch auch schon vor Corona umstritten. Sein Fünfjahres-Vertrag sieht Boni von bis zu 100 Millionen Euro vor, wenn bestimmte Ziele in Bezug auf Aktienkurs und Rentabilität erreicht werden. Die Aktionäre stimmten dieser Regelung im vergangenen Jahr nur mit äußerst knappen 50,5 Prozent zu.

© AirTeamImages.com, Paul Buchroeder Lesen Sie auch: Eurowings will Ryanair nach Rückzug in Düsseldorf ersetzen

Die ISS wiederum scheint mit ihren Ratschlägen zur Vorstandsvergütung bei Airline-Aktionären eher wenig Gehör zu finden. So empfahl die Beratungsfirma auch den Aktionären des Ryanair-Rivalen IAG, eine Zahlung von 883.000 Pfund (1,14 Millionen US-Dollar) an den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Willie Walsh abzulehnen. Die Anteilseigner stimmten dem Vorschlag jedoch zu.

Weitere Ergebnisse der heutigen Ryanair-Hauptversammlung liegen derzeit nicht vor, denn die Iren gewährte den Medien unter Berufung auf Corona-Beschränkungen keinen Zugang der Veranstaltung.

Von: dk

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