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Rolls-Royce wartet Dreamliner-Triebwerke künftig in Brandenburg

Der Rolls-Royce-Standort Dahlewitz bei Berlin hat mit der Instandhaltung von Trent-1000-Triebwerken begonnen. Die neue Wartungslinie soll helfen, Ausfälle zu reduzieren und den Ärger der Dreamliner-Kunden besänftigen.

Das Trent 1000 für die 787 hat eine ähnliche technische Basis wie das in Dahlewitz montierte Trent XWB für die A350. © Rolls-Royce

Rolls-Royce hat in Dahlewitz hat vom Luftfahrtbundesamt (LBA) die Genehmigung erhalten, eine neue Wartungslinie für das das 787-Triebwerk Trent 1000 in Betrieb zu nehmen.

Um diese voll auslasten zu können, stellt das Unternehmen derzeit mehr als 250 Triebwerksmechaniker für den Standort nahe Berlin ein. "Wir haben bereits mit der Trent 1000-Überholung begonnen und stellen aktiv neue Mechaniker ein," sagte der Geschäftsführer von Rolls-Royce Deutschland, Dr. Dirk Geisinger.

Die Erweiterung ist laut einer Konzernmitteilung Teil des Vorhabens, das globale Netzwerk von Wartungs- und Reparaturdiensten zu erweitern. Damit wollen die Briten dem erwarteten weltweiten Anwachsen der Bestände an Großtriebwerken begegnen: "Da die Zahl der sich im Einsatz befindlichen Triebwerke für Großraumflugzeuge mittelfristig voraussichtlich von heute mehr als 5.000 auf etwa 6.500 Triebwerke - und sogar noch darüber hinaus - anwachsen wird, nimmt in den kommenden Jahren auch die Nachfrage nach Überholungsleistungen zu".

Rolls-Royce will Handlungsentschlossenheit zu demonstrieren

Man wolle mit dem Wachstum des Service-Netzwerks den Kunden zeigen, dass man die Auswirkungen "der eingeschränkten Haltbarkeit" der Antriebe für den täglichen Betrieb entschlossen reduzieren wolle, teilte das Unternehmen mit.

© AirTeamImages.com, Yochai Lesen Sie auch: Dreamliner-Triebwerke sorgen für hohen Jahresverlust bei Rolls-Royce

Im Laufe des letzten Jahres mussten teilweise dutzende Boeing 787 am Boden bleiben, da sich die Turbinenschaufeln in der Hochdruckturbine des Trent-1000-Triebwerks schneller abnutzten als geplant. Rolls-Royce kündigte daraufhin an, neue Schaufeln zu entwickeln, was aber bis 2021 dauern soll.

Die Probleme mit den "Dreamliner"-Triebwerk sind das Unternehmen teuer zu stehen gekommen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 1,3 Milliarden britischen Pfund (rund 1,5 Milliarden Euro) für 2019.

© dpa, Kamran Jebreili/AP/dpa Lesen Sie auch: Emirates-Chef unzufrieden mit Triebwerksherstellern

Der Standort Dahlewitz, der auch das Rolls-Royce Kompetenzzentrum für 2-Wellen-Triebwerke und ein Montagezentrum für Antriebe vom Typ Trent XWB ist, wurde 1993 eröffnet und beschäftigt heute mehr als 3.000 Mitarbeiter. Seit Beginn der Produktion wurden fast 8.000 Neubau-Triebwerke ausgeliefert.

Von: dk

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