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Rolls-Royce baut Stellen in Dahlewitz und Oberursel ab

Der Triebwerksbauer muss coronabedingt an beiden Standorten in Deutschland Mitarbeiter entlassen. Härter trifft es das Werk in Dahlewitz bei Berlin. Brandenburg hofft auf Erhalt von Arbeitsplätzen.

Ein Triebwerkstechniker arbeitet bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz an einem Flugzeugtriebwerk. © dpa / Patrick Pleul

Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce baut am Standort Dahlewitz im Landkreis Teltow-Fläming wegen der Corona-Krise 550 Stellen ab. Im zweiten deutschen Werk des Unternehmens in Oberursel bei Frankfurt/Main seien es 250 Stellen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Rolls-Royce hatte aufgrund der mittelfristigen Auswirkungen auf die Kunden-Nachfrage den weltweiten Abbau von 9000 der 52.000 Stellen angekündigt.

Erholung nicht vor 2024

"Wir stehen vor einer beispiellosen Situation, mit signifikanten Reduzierungen der Kundennachfrage bei der Fertigung und aufgrund der geringeren Flugstunden auch in den Bereichen Wartung, Reparatur und Überholung", sagte der Sprecher. Eine Erholung auf das Niveau von 2019 werde nicht vor 2024 erwartet.

Die Stellen sollen nach den Angaben in diesem und im kommenden Jahr abgebaut werden. In Oberursel wären ursprünglich zunächst mehr als 300 Stellen betroffen gewesen. Aufgrund bereits umgesetzter Maßnahmen konnte die Zahl auf rund 250 reduziert werden.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: Brandenburg will Rolls-Royce-Standort weiter unterstützen

An beiden Standorten werden Gespräche mit den Mitgliedern des Betriebsrats geführt, sagte der Sprecher. Verhandlungen über einen Interessenausgleich für einen sozialverträglichen und fairen Abbau der Stellen sei in Angriff genommen worden.

Brandenburg hofft auf Erhalt von Arbeitsplätzen

Die Brandenburger Landesregierung hofft, den vom britischen Triebwerksbauer Rolls-Royce angekündigten Stellenabbau noch abwenden zu können. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagte , dass er "alle Anstrengungen unternehmen" werde, "zu verhindern, dass dieses Instrument der betriebsbedingten Kündigungen tatsächlich zum Zuge kommt".

Er gehe davon aus, dass der angestrebte Zeitrahmen bis Ende 2021 dafür "genug Luft bieten sollte, dass man das verhindern kann oder dass sich eventuell durch neue Projekte die Beschäftigungssituation in Dahlewitz auch wieder ändern kann".

Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) zeigte sich mit Blick auf den Forschungsbereich bei Rolls-Royce in Dahlewitz zuversichtlich, "dieses Unternehmen bei uns behalten zu können und Arbeitsplätze zu sichern".

Rolls-Royce kooperiert bei der Forschung mit dem Hasso-Plattner-Institut an der Universität Potsdam und mit der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Dabei geht es unter anderem um hybrid-elektrisches Fliegen

Von: dpa-AFX, br

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