Rolls Royce übernimmt E-Flugzeugmotoren-Sparte von Siemens

Siemens verkauft die Abteilung "E-Aircraft". Rolls Royce will die Forschung an elektrischen und hybriden Antrieben für Flugzeuge weiterführen. Ziel des Triebwerkbauers ist, in der "dritten Ära der Luftfahrt" eine wichtige Rolle zu spielen.

Animation des Hybridflugzeugs E-Fan X. © Airbus

Siemens will eines seiner bekanntesten Zukunftsprojekte verkaufen: Die Entwicklung elektrischer Flugzeugmotoren soll zum Jahresende mit sämtlichen 180 Mitarbeitern vom britischen Triebwerkhersteller Rolls Royce übernommen werden, wie der Münchner Dax-Konzern am Dienstag mitteilte. Rolls Royce sei eine "perfekte Heimat" für die E-Flugzeugmotoren und ein enger Partner von Airbus, so Siemens.

Die Abteilung "E-Aircraft" hatte in den vergangenen Jahren mit ihren Triebwerken mehrere medien- und publikumswirksame Rekorde aufgestellt. Ein bekanntes Projekt war auch die Entwicklung eines elektrischen Flugtaxis gemeinsam mit Airbus. Diese Kooperation läuft ebenfalls Ende des Jahres aus.

Das "E-Aircraft"-Team ist Rolls Royce zudem bereits bekannt, da es gemeinsam mit dem britischen Triebwerkbauer an dem Airbus-"E-Fan-X"-Demonstrator-Projekt gearbeitet hat. Das Flugzeug auf Basis eines Avro-Jets soll den Elektro-Hybridantrieb für Regionalflugzeuge erproben.

Grund des Verkaufs ist, dass Siemens sich auf seine Kerngeschäfte konzentrieren will. "Aus diesem Grund wird das Geschäft mit elektrischen und hybrid-elektrischen Antriebssystemen für Flugzeuge deutlich bessere Wachstumsperspektiven mit einem neuen Eigentümer haben, der eng mit der Luft- und Raumfahrtindustrie verbunden ist", hieß es dazu in der Pressemitteilung. Wie viel Geld Rolls Royce zahlt, wollen beide Unternehmen nicht nennen.

©Airbus, Lesen Sie auch: Elektro-Demonstrator "E-Fan X" wird weiterentwickelt

Rolls Royce teilte mit, der Zukauf stärke das Bestreben des Triebwerkbauers, in der "dritten Ära" der Luftfahrt eine wichtige Rolle zu spielen. Die Übernahme solle bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. Zuvor gebe es Verhandlungen mit den Mitarbeitern. Die 180 "E-Aircraft"-Mitarbeiter sind in Erlangen, München und Ungarn beschäftigt.

"Wir glauben, dass rein elektrische Antriebe in absehbarer Zukunft kleinere Flugzeuge antreiben werden", sagte Paul Stein, Rolls-Royce Chief Technology Officer. Größere Flugzeuge würden dagegen auf hybriden Lösungen basieren, die Elektrifizierung mit Entwicklungen der Gasturbine kombinieren. "Da unser technologisches Portfolio im Konzern mit der Entwicklung von Hybrid-Elektrozügen und Mikronetzen immer elektrischer wird, werden die Fähigkeiten dieses Weltklasse-Teams ein wesentlicher Bestandteil des zukünftigen Rolls Royce sein."

© Airbus, Lesen Sie auch: Eine batteriebetriebene Luftfahrt wäre eine radikal andere

Von: dh mit dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Rolls-Royce Siemens E-Fan X Airbus Industrie F&E Technik Strategie Management