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Rolls-Royce sieht Anzeichen der Erholung

Der vom Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise schwer getroffene britische Triebwerksbauer Rolls-Royce sieht erste Anzeichen einer Erholung. Dennoch wird das Unternehmen tausende Jobs streichen.

Rolls Royce Triebwerk an einer Boeing 787 © AirTeamImages.com / Mibfiji

Nach dem Tief im April seien im Mai und Juni erste kleine Verbesserungen - angeführt durch wieder mehr Flüge in Asien und Nahost - erkennbar gewesen, hieß es am Donnerstag in einer Zwischenmitteilung von Rolls-Royce.

Im Gesamtjahr will das Unternehmen weiter 250 Triebwerke an Kunden ausliefern. Vor der Krise waren 450 geplant gewesen. Zudem macht das Sparprogramm Fortschritte. Der coronabedingte Einbruch des Geschäfts könnte aber zu Abschreibungen führen. Zudem prüft das Unternehmen laut Konzernchef Warren East weiter Maßnahmen, um die Bilanz zu stärken.

Bei den angestrebten Einsparungen von rund einer Milliarde britischen Pfund (1,15 Mrd Euro) in diesem Jahr sieht sich Konzernchef East auf Kurs. 300 Millionen seien hier schon erreicht worden.

Langstreckenfokus könnte sich rächen

Insgesamt könnte der Einbruch des weltweiten Luftverkehrs und die Notlage vieler Airlines den Konzern aber stärker treffen als andere Triebwerkshersteller wie General Electric, Safran, Pratt & Whitney und die deutsche MTU.

Denn im Gegensatz zu den Rivalen hat sich Rolls-Royce aus dem Triebwerksbau mit Kurz- und Mittelstreckenjets zurückgezogen und sich auf Antriebe für Großraumflugzeuge von Boeing und Airbus verlegt, die auf Langstreckenverbindungen von Kontinent zu Kontinent zum Einsatz kommen. Gerade das Geschäft mit Fernflügen dürfte laut Experte aber am längsten für eine Erholung brauchen.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: Brandenburg will Rolls-Royce-Standort weiter unterstützen

Bei Rolls-Royce werden der Corona-Krise mindestens 9000 von 52.000 Stellen zum Opfer fallen. Der Großteil der Stellen soll in diesem Jahr abgebaut werden.

Die Corona-Krise hat den Börsenwert des Konzerns um fast 60 Prozent auf nur noch umgerechnet rund 5,8 Milliarden Euro gedrückt. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung des deutschen Konkurrenten MTU sank im gleichen Zeitraum um rund 40 Prozent auf 8 Milliarden Euro, der von Safran um knapp 40 Prozent auf 38 Milliarden Euro.

Von: dpa, br

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