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Neue Software gegen Überhitzung Rolls-Royce beendet Triebwerksinspektionen

Der Triebwerkshersteller Rolls-Royce hat bei Qantas, Singapore Airlines und Lufthansa alle A380-Motoren der Trent-900-Familie inspiziert. Dabei wurden alle notwendigen Änderungen vorgenommen, sagte Richard Jonathan Parker, Forschungsdirektor der Rolls Royce Group.

Rolls-Royce Trent 972 an einer Qantas-Airbus A380 © Qantas

Rolls-Royce hat die Inspektion aller Triebwerke abgeschlossen, die an den A380-Airbussen von Lufthansa, Qantas und Singapore Airlines hängen. Die Firma habe Änderungen «an den Exemplaren vorgenommen, bei denen es nötig war», sagte der Forschungsdirektor der Rolls-Royce-Gruppe, Richard Jonathan Parker, dem «Tagesspiegel» (Dienstagausgabe). Das Unternehmen habe sehr schnell erkannt, welche Ereignisse zur Notlandung einer Qantas-Maschine in Singapur geführt hätten und wie so etwas in Zukunft verhindert werden könne.

Nach Angaben der australischen Flugsicherheitsbehörde ATSB war die Beinahe-Katastrophe durch eine falsch gesetzte Bohrung an einer Ölleitung in dem Rolls-Royce-Trent-900-Triebwerk entstanden. Dadurch trat Öl aus und entzündete sich. Eine gut 200 Kilogramm schwere Turbinenscheibe platzte daraufhin und durchschlug den Flügel und den Rumpf des Flugzeugs an mehreren Stellen. Dabei wurden ein Tank sowie elektrische und hydraulische Leitungen durchschlagen. Aus den Lecks traten Kerosin und Hydraulikflüssigkeit aus.

Die Landung für die Piloten war schwierig, weil zu wenig Umkehrschub und Bremsleistung zur Verfügung standen. Die Maschine war kam erst 100 Meter vor Ende der 4.000 Meter langen Landebahn zum Stehen. Ein Triebwerk ließ sich nicht mehr abstellen und lief noch zwei Stunden lang am Boden weiter, bis die Feuerwehr es mit Löschschaum erstickte.

Parker sagte weiter, Rolls-Royce habe schnellstmöglich einen Inspektions- und Wartungsplan erstellt, der die kurzfristige Rückkehr der A380-Flotte zu einem sicheren Flugbetrieb erlaube. Gemeinsam mit Airbus, den Fluggesellschaften und den Behörden arbeite man derzeit auch an einer Lösung, die das Problem langfristig behebe. Kurzfristig soll eine neue Software dafür sorgen, dass die Triebwerke bei Überhitzung schneller abgestellt werden.

Von: dapd

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