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Großer Zirkus um neun neue Brussels-Punkte, © Brussels Airlines
Neun Punkte im Quadrat statt 14 als "b": Das neue Brussels-Airlines-Logo. © Brussels Airlines
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Großer Zirkus um neun neue Brussels-Punkte, © airliners.de/Benjamin Recklies
Neu lackiertes Flugzeug der Brussels Airlines. © airliners.de / Benjamin Recklies
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Großer Zirkus um neun neue Brussels-Punkte, © airliners.de/Benjamin Recklies
Der Weg in das Zirkuszelt © airliners.de / Benjamin Recklies
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Großer Zirkus um neun neue Brussels-Punkte, © Brussels Airlines
Brussels Airlines präsentiert eine neues Logo. © Brussels Airlines
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Großer Zirkus um neun neue Brussels-Punkte, © airliners.de/Benjamin Recklies
Peter Gerber, CEO bei Brussels Airlines © airliners.de / Benjamin Recklies
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Es ist heller Novembermorgen am Flughafen Brüssel-Zaventem, dem Heimatflughafen von Brussels Airlines. Es ist kalt. Die zur Lufthansa Group gehörende Fluggesellschaft hat geladen, um ein neues Kapitel in ihrer noch jungen, aber turbulenten Geschichte aufzuschlagen. Trotz Mediensperre ist bereits im Vorfeld durchgesickert, dass sich die Airline einen neuen Markenauftritt verpassen wird. Neues Logo, neue Livery - trotz Corona-Verlusten und Staatshilfen.

Vor dem Hangar 41, am Ende einer grauen Stichstraße, stehen rund 100 Menschen eingehüllt in Warnwesten mit Brussels Airlines Logos. Einige haben sich auch die belgische Nationalflagge übergeworfen. Es ist ein Protest der Beschäftigten, den sie anlässlich der Präsentation durch das Management draußen vor den Toren durchführen.

"Wir, das Cockpit-, Kabinen- und Bodenpersonal, haben unseren Teil der Vereinbarung beigetragen, jetzt ist das Management dran“, bricht es aus einem Mitarbeiter heraus. Er sei schon über zehn Jahren in der Firma. Ständig wechsele die Geschäftsführung. In den letzten vier Jahren habe es vier CEOs gegeben. Sein abschließendes, aber deutliches Urteil: "So kann keine Firma erfolgreich sein". Angesprochen auf den neuen Markenauftritt wiegelt der Mitarbeiter ab, das sei ihm völlig egal. Das Management solle einfach für bessere Arbeitsbedingungen sorgen.

Die Gewerkschaften wollen, dass die Tarifverträge neu verhandelt werden, aber das schließt die Geschäftsleitung aus. Tatsächlich haben die Beschäftigten der Airline im Zuge der Corona-Krise bereits starke Umstrukturierungen hinnehmen müssen. Weniger Gehalt für mehr Arbeit. Dazu waren viele Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen. Für Eurowings fliegt die belgische Lufthansa-Tochter seit dem Ausbruch der Pandemie auch nicht mehr auf der Langstrecke, mit entsprechenden Folgen für die Basis in Düsseldorf.

Beschäftigte der Brussels Airlines demonstrieren vor den Türen für bessere Arbeitsbedingungen., © airliners.de/Benjamin Recklies
Beschäftigte der Brussels Airlines demonstrieren vor den Türen für bessere Arbeitsbedingungen. © airliners.de / Benjamin Recklies
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Präsentation im Zirkuszelt

Im Hangar herrscht dagegen eine feierliche Stimmung. Es hat sich die geladene Gesellschaft aus Partnern, Mitarbeitenden und Journalisten versammelt. Allerdings ist kein Flugzeug zu sehen, auch keine Techniker, sondern ein Zirkus-Zelt. Der neue deutsche Airline-Chef Peter Gerber tritt ans Mikrofon und erläutert in kurzen markigen Sätzen, warum jetzt trotz Krise der richtige Zeitpunkt für einen Neustart der Airline ist. Es gehe um Eigenständigkeit. Brussles Airlines sei Belgiens Airline, das wolle die Fluggesellschaft mit dem neuen Markenauftritt symbolisieren. "Wir sind gekommen, um zu bleiben", so der ehemalige Lufthansa-Cargo-Chef.

Die eigene Identität musste in der Tat nach der der Übernahme durch den Lufthansa Konzern im Jahr 2009 ganz schön leiden. Der Kranich wusste lange nicht, ob und wie er die Sabena-Nachfolgerin am besten in den Konzern integrieren soll. Eine Zeit lang sah es sogar so aus, als ob Brussels Airlines in Eurowings, der Billigtochter des Konzerns komplett aufgehen sollte.

"Das hat in Belgien große Wellen geschlagen. Die stolze Nationalairline sollte zur Low-Cost-Airline werden", erinnert sich Wencke Lemmes-Pireaux, Head of Marketing bei Brussels Airlines.

"Das neue Logo zeigt, dass wir belgisch und der vierte Legacy-Carrier der Lufthansa Group sind, neben Lufthansa, Swiss und Austrian". Trotz aller Geheimhaltung ist der neue Look schon vorab geleaked worden und kommt ganz ohne die belgischen Landesfarben aus. Stattdessen geht es blau-rot weiter, allerdings mit weniger Punkten.

Die Erläuterungen zum neuen Logo., © Brussels Airlines
Die Erläuterungen zum neuen Logo. © Brussels Airlines
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Die neue Corporate Identity stellt nun das Wort "Brussels" in den Mittelpunkt. Die belgische Hauptstadt thront in deutlich größeren Buchstaben über dem Wort "Airlines", das in Versalien gesetzt ist. Daneben stehen neun unterschiedlich große Punkte. Das spiegele sowohl die "Diversity" der Destinationen als auch die Unterschiedlichkeit aller Beschäftigten wider, so Lemmes-Pireaux. Damit will sich Brussels unter anderem gegen die in Belgien immer stärker werdende Ryanair stellen.

Neun statt 14 Punkte

Dann scheint der große Moment gekommen zu sein. Nach einem kurzen Image-Film auf einer 365-Grad-Leinwand im inneren des Zirkuszeltes wird es kurz hell und dann fällt der Vorhang hinter CEO-Gerber. Die neue Lackierung wird der Welt präsentiert. Das neue Design ist schlicht, die Maschine ist in erster Linie weiß.

Der weiße Rumpf ist mit unterschiedlich großen grauen und blauen Punkten verziert. Auch die Tragflächen sind weiß, ebenso die Triebwerke. Einzig im Heck finden sich auf weißem Grund die unterschiedlich großen roten Punkte wieder. Die neun Punkte im neuen Logo bilden nun kein "b" mehr, wie noch bei der alten Livery mit 14 Punkten. Die war übrigens kurz nach ihrer Vorstellung um einen Punkt ergänzt worden. Aber das ist eine andere Punkte-Geschichte.

Die neue Lackierung passt perfekt in die Lufthansa-Konzernstrategie. So schön. So langweilig. Dafür ist es effizient. Das sogenannte "Einheitsweiß des Lufthansa-Konzerns" erleichtert die gruppenweise Nutzung von Flugzeugen und Ersatzteilen. Besonders eine schlanke Kostenstruktur sei wichtig für Brussels Airlines, das betonen Vertreter der Airline immer wieder.

Die Airline hängt noch am Tropf des belgischen Staates. Immerhin kann die Airline noch weitere 36 Millionen Euro Staatshilfe abrufen. Es wird betont, dass man kein Staatsgeld für den neuen Markenauftritt ausgegeben habe. "Das war unser Geld". Insgesamt sei der ganze Prozess kostengünstig durchgeführt worden.

"Normalerweise würde sowas Millionen kosten, aber wir haben es mit einigen Hunderttausend Euro geschafft", verrät die Marketing-Chefin. Auf Nachfrage verrät sie, dass man unter 500.000 Euro geblieben sei. Auch eine große Eile verspüre die Airline nicht, wenn es darum geht die Logos auszutauschen. Schon vor einiger Zeit habe sich die Airline entschieden, auf Brussels-Logos auf Servietten oder Pappbechern zu verzichten.

Umstellung braucht viel Zeit

Die Flugzeuge erhalten ihr neues Outfit, analog zu Konzernmutter Lufthansa, im Rahmen der regelmäßigen Wartung. Jedoch sollen bis Ende 2024 dann alle Maschinen umlackiert sein. 2023 wartet dann wieder ein besonderes Ereignis auf die Airline: Die Einflottung der ersten Airbus A320-Neos. "Dass können wir dank Konzernmutter Lufthansa stemmen", so die Airline. Wie schon beim Einheitsweiß wird soll auch die gesamte Mittelstreckenflotte auf A320 umgestellt werden. Aktuell betreibt die Airline noch 17 A319 von denen zwölf derzeit in Europa unterwegs sind.

Finanziell konnte die Airline im dritten Quartal einen Gewinn von rund einer Million Euro erzielen, wie aus dem Konzernquartalsbericht hervorgeht. Im gleichen Zeitraum 2020 lag der operativen Verlust noch bei 51 Millionen Euro. Die Kosten hat die Airline auch durch das Programm Reboot Plus in den Griff bekommen, das die Flotte um 30 Prozent und die Belegschaft um 25 Prozent reduziert hat. Rund 800 Beschäftigte haben die Airline im vergangenen Sommer verlassen, alles sozialverträglich.

Auf die streikenden Beschäftigten angesprochen, kann die Managerin den Frust der Belegschaft verstehen und gibt zu, dass man die Angestellten bisher nicht ausreichend "mitgenommen" habe. Aber bei so einem Projekt sei das schwierig, da es ein "Top-Secret-Projekt" sei. "Wir werden aber mit allen Beschäftigen Workshops abhalten und unsere Beweggründe erläutern." Mit einigen Mitarbeitern sei das bereits geschehen. Die Resonanz sei positiv.

Draußen vor dem Hangar sind nach der Zirkusnummer keine streikenden Beschäftigten mehr zu sehen. Nur noch ein paar leere Pappbecher liegen auf der Zufahrt. Ohne Logo.

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